Bewegung bei Pflanzen: Pulsatilla

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Bewegung bei Pflanzen: Pulsatilla

Beitragvon Merkur » Mittwoch 27. Mai 2020, 15:56

Die Samen der Küchenschelle Pulsatilla vulgaris bohren sich in den Boden ein.

Seit vielen Jahren gedeiht die Küchenschelle, Pulsatilla vulgaris, bei mir im Garten. Alljährlich blüht sie, doch hat sie sich nie ausgesät: Jedes mal kamen
kurz vor der Reife ein paar Wanzen und haben alle Früchtchen systematisch ausgesaugt! Vor drei Jahren hatte ich die Idee, ein paar der jungen Fruchtstände
mit einem Vlies zu umhüllen und damit die Wanzen auszusperren. Es gelang; aus einigen der Samen wuchsen Pflänzchen auf, die heuer erstmals geblüht haben!
Nun habe ich im Frühling die Sache in größerem Stil wiederholt, und am 22. Mai die "Verpackung" geöffnet.

1-Puls.954.jpg
Das Vlies
Das Vlies wurde mit 2 Zelthäringen am Boden befestigt und Lücken mittels Wäscheklammern verschlossen.
Die „Knöpfe“ auf den benachbarten Pflanzen sind Früchte der Waldanemone.

2-Puls_955.jpg
“Frei“ gewachsener Fruchtstand.
Einige Fruchtstände habe ich frei wachsen lassen. Sie sehen ganz normal aus. Nach außen stehen die behaarten Samenanhänge ab;
die Samen selbst sitzen in der Mitte des Köpfchens, leer!

3-Puls._957.jpg
Das Vlies aus der Nähe
Auf der Außenseite des Vlieses fielen mir einige Samen auf.

4-Puls._959.jpg
Da schauen Samen heraus!
Als hätten sie sich durch das Vlies nach außen gebohrt!

5-Puls._261.jpg
Viele Samen hängen im abgenommenen Vlies.
Im reifen Zustand haben sie sich vom Fruchtstand abgelöst. Normal hätte sie der Wind davongetragen.
Jetzt werde ich sie an passenden Stellen im "Wildgarten" aussäen.

6-Puls._963.jpg
So sehen sie vergrößert aus.
Auf einer schwarzen Glasplatte sieht man die Einzelheiten: Der eigentliche Same ist kurz behaart, und auch die längeren Haare auf dem Anhang
sind nach hinten gerichtet. - Da war doch mal was in der Schule? - Richtig: Die Anhänge bewegen sich hygroskopisch, Krümmen, strecken und verdrehen sich bei
Änderungen der Luftfeuchtigkeit, und sie schaffen es so, den Samen gelegentlich in den lockeren Boden zu bohren, wo er dann keimen kann!
Vielleicht erinnert Ihr Euch an das Spielchen aus der Kinderzeit: Man steckt sich eine Ähre der Mäusegerste am Handgelenk in den Ärmel. Nach einiger Zeit
und einigem Herumtollen kommt die Ähre am Hals wieder zum Vorschein. - Auch sie hat nach einer Richtung weisende Grannen, die dafür sorgen, dass bei
Bewegungen des Armes die gesamte Ähre allmählich im Ärmel nach oben geschoben wird. :D
MfG,
Merkur
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