Nestplanung und spätere Durchführung

Hier können Fragen rund um Formicarienbau, Einrichtung und Zubehör gestellt werden.

Nestplanung und spätere Durchführung

Beitragvon Fabienne » Mittwoch 24. Juni 2015, 21:25

Hallo,
ich wollte mich mal melden und ein neues Nest kreieren.

Nester basteln ist aus meiner Sicht das schwerste und herausfordernste in der Ameisenhaltung. Zudem benötigen Freunde und eine Freundin Nester für ihre Kolonien und mir ist langweilig.
Wird also auch Zeit, dass ich mir wieder eine Kolonie hole (grübel – wo kann man Kolonien mit 5.000 Tieren + herbekommen?)

Zurück zum Thema: Gelingt es nicht, ein für die jeweilige Art zufriedenstellendes Nest herzustellen ziehen die Kleinen in Schläuche buddeln sich in die Arena ein oder finden ganz neue Möglichkeiten, den/die Ameisenhalter/in zum Rande der Verzweiflung zu bringen. Ich erinnere mich da zB an eine todgeglaubte Kolonie (waren nur 10 Tier und nie aktiv) die mich dann mehrfach gestochen haben als ich das Formika erneuern wollte für eine andere Kolonie. Es stellte sich dann beim Ausbuddeln heraus, dass die Kolonie auf mehrere hundert Tiere angewachsen war. UND DIE GANZE ZEIT HAB ICH NIX GESEHEN VON DENEN! *grummel*

Für mich wichtige Kriterien des Nestbaus:

1. Für die Ameisen (je nach Art natürlich) werden trockene aber auch feuchte Kammern benötigt (ich habe die Erfahrung gemacht, wenn man beides anbietet, wächst eine Kolonie schneller, natürlich ist das nur auf meiner eigenen Schlussfolgerung und Haltungserfahrungen gestützt – vielleicht kann das ja jemand bestätigen oder widerlegen)
2. Die Kammern sollten kuschlig sein (der Größe der Art und Kolonie angepasst)
3. Zwischen Glas/Plexiglas und Nest sollte kein Abstand sein (oft können sich einzelne Tiere zwischen das Glas und das Nest schieben und stecken dann oftmals fest was zum Tod einzelner Tiere führt, doof aussieht und bei einer kleinen Kolonie zu unnötigen Verlusten führt, die nicht so leicht zu verschmerzen sind)
4. Falls ein Wassertank vorhanden ist, sollte dieser leicht befüllbar sein kein Ertrinken der Tiere ermöglichen und vor allem auch funktionieren. Ist ein Wassertank zu klein oder zu weit entfernt von den Kammern, kann es vorkommen, dass bei einem Ytong- oder Gipsnest entweder, dass das Wasser abfließt ggf. tiefergelegene Kammern überflutet, oder eine Befeuchtung, wie gewünscht, nicht gewährleistet werden kann – dafür wird der Sand unter dem Ytong so schön feucht, dass die Tiere sich einbuddeln)
5. Bei Schimmelbefall oder Auswechslung sollte ein leichter Zugang zum Nest ermöglicht sein. Auch im Sinne einer Winterruhe ist ein leichter Zugang zum Nest wünschenswert.
6. Eine ausreichende Belüftung sollte gewährleistet sein, um Schimmelbildung entgegenzuwirken.
7. Für mich muss ein Nest im Formicarium nicht leicht sichtbar (Klotz) sein und sich in der Landschaft mitintegrieren. Oder, das Nest muss so auffallen und vom Design so hervorgehoben sein, dass es ein Blickfang und zur Deko des Formicariums beiträgt. Da dies oftmals in einer Formicariumplanung schwer zu bewerkstelligen ist, ist die Frage eines extenen Nestes oftmals sinnvoll. Leider sind Lochbohrungen von gekauften Formikas in der Mitte des Glases, was eine Integrierung des Nestanschlusses erschwert (wieso gibt es eigentlich keine Formicarien zu kaufen, bei denen die Lochbohrung in der unteren Hälfte des Seitenglases des Formicariums ist, oder in der Bodenplatte? (dies würde auch Elektrik leichter einbaubar machen und dies würde externe Nester oft sinnvoller machen, da (so scheint es mir) Ameisen bei der Suche nach einem Nest am Boden mehr suchen, als in höhergelegenen Gefilden. Auch Schläuche hochlaufen um zu einem Nest zu gelangen wird oftmals eher skeptisch begutachtet oder gar ignoriert.

Beides aber, also externe und interne Nester, haben gewisse Vorteile:

Ein internes Nest wird oftmals leichter entdeckt. Externe Nester stören oft, da Schläuche versehentlich herausgerissen werden könnten, oder optisch das ganze wenig hermacht. Dafür sind externe Nester oft liegend, was einen besseren Einblick gewährt und die Ausnutzung der Kammern meist auch besser gewährleistet. Zudem sind meines Erachtens externe Nester besser zu befeuchten. Das Entfernen eines externen Nests ist für die Winterruhe praktischer sowie das Nest zu ersetzen durch beispielsweise einen T-Anschluss zu einem neueren Nest funktioniert besser, das besser bewässert ist und mehr Wärme bietet.
Aber ein gut in das Formikarium eingearbeitete Nest, das optisch was hermacht ist einfach schön anzusehen und macht das stundenlage vor dem Formika sitzen und gucken angenehmer.

Falls ich etwas vergessen habe, bitte einfach darauf hinweisen

Das Nest, das ich nun planen will, soll Folgende Möglichkeiten haben:

1. Es soll intern oder extern nutzbar sein.
2. Es soll dekorativ sein
3. Es soll von allen Seiten Einsicht bieten (mir schwebt wieder ein Kugelnest vor)
4. Eine Befeuchtung soll einfach zu handeln sein
5. Trockenkammern sollen vorhanden sein
6. Der Wassertankstand bzw. die Nässe der am Wassertank befindlichen Kammern soll gut sichtbar sein.
7. Ein Ertrinken im Wassertank soll unmöglich sein
8. Das Feststecken von Ameisen zwischen Glas und Nest soll unmöglich gemacht sein.
9. Schimmelbefall durch ausreichend Belüftung soll verhindert werden ggf. sollte ein Schimmelbefall nur an den Kammern unmittelbar am Wassertank möglich sein.
10. Der Wassertank und die sich in der Nähe befindlichen Kammern (Feuchtkammern) sollen austauschbar sein.
11. Das Nest sollte nach Benutzung (Verkauf der Kolonie oder Umsiedlung etc.) komplett zu reinigen oder entsprechend durch Ersatzteile für eine neue Kolonie nutzbargemacht werden.

Erste Überlegungen zur Umsetzung:

Wie gesagt will ich ein Kugelnest kreieren. Dabei will ich jedoch größtenteils auf Gips verzichten, da sonst eine Wiederbenutzung unmöglich gemacht wird. Mir schwebt eine Mischung aus klinischem Nest (Acrylglas) und Ytongnest vor. An der Umsetzung eines Wassertanks feile ich noch, habe allerdings schon einige Ideen, die vorab erst getestet werden müssen – ggf. Tropfstein oder Infusionsbeutel. Evtl. baue ich sogar einen Wasserspender mit ein, wodurch sich eine Wassertränke im Formicarium ersetzen ließe.
Evtl steht das Nest auch auf einer Wärmematte/oder Einbau eines Wärmedrahts soll zu kuschlig warmen Kammern im unteren Bereich führen, die oberen, die sich in der Nähe des Tanks befinden sollen dann eher kühler sein.
  • 5

Fabienne
Mitglied
 
Beiträge: 11
Registriert: Samstag 3. Mai 2014, 20:54
Bewertung: 40

Re: Nestplanung und spätere Durchführung

Beitragvon Fabienne » Freitag 17. Juli 2015, 17:46

Hallo,

zum Thema Nestbau tüftele ich immer noch an der Bewässerung des Ytongs.

Ich will die Bewässerung durch eine externe Wasserzufuhr erstellen und habe mir viel von diesen handelsüblichen Plfanzenbewässerungstongeräten erhofft.

41We88GdeCL__SY300_.jpg
41We88GdeCL__SY300_.jpg (11.1 KiB) 932-mal betrachtet


Diese funtkionieren so, dass man sie in die Erde steckt und den Schlauch mit dem Tonende in eine Wasserschüssel, die Höher steht als der in der Blume steckende Teil, legt. Die Pflanzen saugen sich dann das Wasser was sie benötigen bzw. die Erde saugt sich feucht.

Dies geht auch mit einem Ytong. Allerdings haben erste Testergebnisse gezeigt, sie funktionieren zu gut.

Test 1

Ich habe den Tonteil von oben in ein Ytongnest gesteckt und einfach mal geguckt was passiert. Der Ytong saugt sich wie gewollt mit Wasser voll, bis er tropft und Kammern überflutet …

Test 2

Siehe Skizze:

Bewässerung.jpg


Der Ytong wird von unten bewässert und mit einem Wassertank, der abgedichtet ist, versehen. Funktioniert wieder prima, Kammern an den Seiten des Ytongs werden halb überflutet, Kammern oben nicht, Ytong tropft. Das Problem ist hier das Folgende der Tonkegel saugt soviel Wasser durch den Schlauch, wie Wasser vorhanden ist. Irgendwann kann der Ytong das Wasser nicht mehr aufnehmen tropft und bildet Wasserkügelchen an der Oberfläche … Immerhin habe ich so schon mal eine Wassertränke entwickelt, die Ameisen nicht ertrinken lässt, wenn ich das so in ein Formika integrieren würde ohne Nestkammern, wenn man Unter den Ytong eine nicht für Ameisen zugängliche Schale anbaut, in die was Wasser nach unten abtropfen kann.

Test 3 - noch nicht durchgeführt:

Dies löst aber noch nicht mein Problem. Meine nächste Idee ist nun eine Art Abflussrohr zu basteln, so dass Wasser in den Wassertank abgegeben wird durch den Kegel und dann ab einem gewissen Wasserstand durch ein Abflussrohr wieder abfließen kann.

Siehe Skizze:

Bewässerung - Kopie.jpg


So müsste man im Grunde nur die Schüsseln tauschen. Könnte das so funktionieren, oder wird der Ytong wieder tropfen?

Falls jemand hier noch eine Idee hat, bin ich gerne für alles offen.

Ich wäre jetzt einem Moderator noch dankbar, diesen Beitrag hochzuschieben direkt unter meinem Nestbaubeitrag, da man so alles im Überblick hätte von Überlegungen, Planung, Problemstellung und Lösung, so gingen die Kommentare anderer Personen nicht verloren, gleichzeitig wären die wichtigen Beiträge zusammengestellt.

Vielen Dank

Hallo Fabienne, ich habe einen Diskussionsthread zum Thema eröffnet. Hoffe das geht in Ordnung so? Ansonsten PN ;)
  • 1

Fabienne
Mitglied
 
Beiträge: 11
Registriert: Samstag 3. Mai 2014, 20:54
Bewertung: 40


Zurück zu Technik und Basteln

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron
Reputation System ©'