Transparente Vorratsdose als Formikarium / Arena verwenden

Hier können Fragen rund um Formicarienbau, Einrichtung und Zubehör gestellt werden.

Transparente Vorratsdose als Formikarium / Arena verwenden

Beitragvon Reber » Montag 7. September 2020, 20:29

Als verhältnismässig günstige Alternative zu kleinen Glas- oder Acryl-Formicarien lassen sich transparente Vorratsdosen mit wenig Aufwand umbauen. Persönlich sehr gute Erfahrung habe ich mit einer hochtransparenten Vorratsdose von Hersteller «Rotho» gemacht.

Rotho Vorratsdose klarsicht 1.jpg

Für die Ameisenhalter besonders interessant macht die Dosen die gute Silikon-Dichtung. Auch kleine Arten wie Pheidole oder Temnothorax kommen nicht durch - wenn man als Lüftung eine entsprechend enge Gittergaze verwendet. Bei handelsüblichen Formicarien kommen sehr kleine Arten manchmal durch die Lüftungsgitter raus. Die hohe Transparenz und die Stabilität sind weiter Vorteile, die Dosen eignen sich auch für etwas feuchterer Haltung – während sich manche Acryl-Produkte unter diesen Bedingungen verziehen können. Und die dicken Kunststoffwände machen das Bastel einfach: Beim Schneiden und Bohren berchen sie nicht!
Die Dosen kosten etwa 10.- Euro. Natürlich gibt es auch andere, günstigere Alternativen z.B. die «GODMORGON»-Boxen von IKEA, wo es für den gleichen Preis ein brauchbares 5er-Set gibt. Oft sind andere Tupper- und Vorratsdosen bzw. Plastikboxen-Modelle nicht ganz so durchsichtig, manchmal trüb/milchig. Sie haben teilweise oder ganz undurchsichtige Deckel oder Wände. Manche haben sie ovale oder konische Formen. Habt ihr Erfahrungen mit anderen geeigneten Modellen gemacht? Dann bitte gerne hier teilen!

Roche Rotho Ameisenarena.jpg
Von links nach rechts: Rocher, Rotho, Ameisenarena
Wer übrigens gerne Schokolade isst, kann sich gut mit der Verpackung von Ferrero-Rocher Dosen arrangieren. Auch diese schliessen recht dicht und sind hochtransparent. Sie sind allerdings etwas kleiner, weniger hoch und weniger stabil als die Rotho-Dosen.
Die Vorratsdosen gibt es ausserdem in unterschiedlichen Grössen. Ich verwende für Klein- und Gründerkolonien die «Premiumdose LOFT» mit den Massen 200 x 150 x 96 mm (L x B x H) zum Vergleich: Die kleinere Rocher Dose misst 180 x110x 70 mm, eine kleine Glas-Ameisenarena von Antstore 200x100x100 mm.

Dremel mit Trennscheibenblatt.jpg
"Dremel" mit Trennscheibenblatt zum bearbeiten von Kunststoff
Für die Dremel und ähnliches Werkzeug, gibt es extra Trennscheiben-Aufsätze die zum Schneiden von Plastik geeignet sind. Zum Arbeiten eine Schutzbrille aufsetzen!
Die Öffnung für die Belüftung kann, je nach Wunsch, im Deckel oder auch seitlich ausgeschnitten werden.
Danach kann man leicht eine den Ausschnitt überdeckende Metallgaze mit Aquariensilikon oder Heissleim aufkleben. Fertig!
Ich persönlich verwende sehr engmaschige Drahtgewebe aus rostfreiem Edelstahl (0,25 mm Maschenweite). Da kamen bisher nie Ameisen durch. Das feine Netz schränkt aber die Sicht ein. Je nach Art, ist auch eine grössere Maschenweite, mit z.B. einem Streckgitter, verwendbar, welche besseren Einblick gewährt.

Transparente Box mit Metallgaze 3.jpg
Die Box mit der Metallgaze
  • 5

„Doch vor allen Dingen:
Das worum du dich bemühst,
möge dir gelingen.“
Benutzeravatar
Reber
Moderator
 
Beiträge: 1570
Registriert: Mittwoch 9. April 2014, 15:31
Wohnort: Bern
Bewertung: 3276

Re: Transparente Vorratsdose als Formikarium / Arena verwend

Beitragvon Merkur » Freitag 11. September 2020, 16:46

Ich empfehle in jedem Fall, außer der vergitterten Lüftungsöffnung im Deckel auch eine solche Öffnung nahe dem Boden anzubringen.
Sie kann sehr klein sein, 1 cm Durchmesser genügt! Aber durch diese Öffnung kann Kohlendioxid abfließen, das sich v. a. in "ruhigen Zeiten",
in der Winterruhe, oder auch wenn kaum Luftbewegung im Raum mit dem Formikar herrscht, unten in den Behältern ansammelt.
CO² entsteht bei der Atmung von Ameisen, aber auch von Schimmelpilzen, Algen und anderen Pflanzen (im Dunkeln), anderen Mitbewohnern,
aus sich zersetzendem organischem Bodenmaterial ("Waldboden") usw.. CO² ist schwerer als die anderen Bestandteile der Luft, es betäubt Insekten
und kann sie bei längerer Einwirkung töten. - Wir haben das bei unserer Laborhaltung von Ameisen immer so gemacht, nachdem wir auf die Idee
gekommen waren, dass CO² eine Ursache für "unerklärliche Todesfälle" sein könnte: Solche Verluste gingen merkbar zurück!

Hier ist eine Abbildung von einem Plastikbehälter für die Pharaoameise. Im Deckel und rechts unten sind bei "K" die Lüftungsgitter zu sehen.

MfG,
Merkur
  • 4

Suum cuique
Benutzeravatar
Merkur
Beirat
 
Beiträge: 2778
Registriert: Sonntag 6. April 2014, 07:52
Wohnort: Reinheim
Bewertung: 7837


Zurück zu Technik und Basteln

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste

Reputation System ©'