Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon fehlfarbe » Samstag 27. Februar 2021, 02:24

Bei uns habe ich bisher noch keine gesehen. Das Mauerbienenhotel muss ich morgen noch reinigen und dann kommt es auch wieder raus. Diesmal war es nicht so stark besetzt. Vielleicht 10 Puppen, ein paar Diebskäfer usw...
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Boro » Montag 12. April 2021, 19:48

Heuer gab es wieder eine starke Flugsaison beim Bienenhotel. Die Männchen sind schon länger tot, jetzt werden die Hotelzimmer von den Weibchen "belegt". Leider sind erstmals Parasiten aufgetreten, mehrere flugunfähige Weibchen wurden gefunden. Der Verdacht auf Milbenbefall hat sich bestätigt, vermutlich Chaetodactylus osmiae: Foto Roman Borovsky
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Merkur » Dienstag 13. April 2021, 17:15

Hallo Boro,

Das sieht ja grausig aus, und ist es auch für die Biene. Diese Milben benutzen die Biene "nur" als Transportwirt, "wollen" aber von ihr gleich in die Brutröhre gebracht werden,
wo sie sich an den Futtervorräten gütlich tun. Im Normalfall schaden sie der transportierenden Biene nicht so sehr, schädigen oder vernichten aber ihre Brut. Bei einer so großen
Zahl von Passagieren scheitern beide, Transportwirt UND die Milben.
Passt ja gut zu den immer wieder verharmlosten Milben bei Ameisen!

MfG,
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Merkur » Mittwoch 14. April 2021, 17:10

Hummelpflanzen bei Kälte

Auch Nahrung brauchen die Wildbienen, außer den Nisthilfen. Deshalb ist dieser Beitrag vielleicht hier am richtigen Platz.
Es blüht üppig im Garten, sogar die Kirschbäume haben ihre Blüten geöffnet. Aber bei unter 10°C fliegt nur wenig, v. a. keine Honigbienen!
Und das seit Tagen; nachts hat es sogar Raureif. Das ist ein Wetterverlauf, bei dem man den Hummeln dankbar sein muss!

1-Bombus-terr.Det._663.jpg
Bombus terrestris (eine aus dem B. terr.-Aggregat)
Eine einsame Königin der Erdhummel arbeitet sich ab an den kleinen, aber zahlreichen Blütchen vom Josta-Strauch

2-Josta_658.jpg
Josta ist eine Kreuzung von Stachelbeere und Schwarzer Johannisbeere
Der Strauch ist inzwischen knapp zwei Meter hoch und trägt alljährlich so viel, dass es für 2 Personen reichlich Marmelade bzw. Gelee gibt!
Und es ist eine bei Hummeln und Mörtelbienen ausgesprochen beliebte Pflanze.

3-Ribes-total_659.jpg
Ribes sanguineum
Eine weitere ausgesprochene Hummelpflanze ist die „Blut-Johannisbeere“, eine in vielen Varianten erhältliche Zierpflanze. Ihre Beeren sind nicht genießbar,
dafür kann man meist zu Ostern bereits austreibende Zweige zum Aufblühen in die Vase stellen. Mit bunten Ostereiern behangen wirkt das recht hübsch.

4-Ribes_660.jpg
Der Strauch blüht reichlich und über längere Zeit
Auch seine Blüten werden von Hummeln und zahlreichen anderen Wildbienen gerne besucht (und von Honigbienen, wenn es ihnen warm genug ist!).
Heute hat mich die Kälte allerdings wieder ins Haus getrieben, bevor ich eine der drei dort sammelnden Hummelarten vor die Linse bekam. :(

Wer immer die Möglichkeit hat, sollte diese schönen Sträucher anpflanzen: Sie sind für uns und auch für die Wildbienen nützlich!
MfG,
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Reber » Mittwoch 2. Juni 2021, 13:01

Aha! Die Spähne verraten es. Ein neuer Gast könnte im Begriff sein, sich auf meinem Balkon niederzulasssen.

Spähne.JPG
Gesehen habe ich ihn bisher noch nicht. Aber die Spähne und die grösse des Ganges würden zu einer Blauen Holzbiene Xylocopa sp. passen.

Gang.JPG

Ich versuche die Art seit Jahren mit unterschiedlichstem Totholz anzulocken. Leider spricht der Zeitpunkt eher gegen Xylocopa, denn die gründen eigentlich viel früher im Jahr. Bestimmt wird sich der Neuling bald zeigen.

Und noch ein weiterer, unerwarterter Gast besucht regelmässig meine Wildbienennisthilfe. Ein Amselmännchen kommt seit drei Tagen mehrmals täglich vorbei.

Amsel auf Nisthilfe.JPG
Zum Glück nicht, um die Wildbienen zu fressen. Denn im Schnabel trägt es immer bereits sichtbar Futter und es gibt beim Erscheinen einzelne Zwitscherlaute von sich. Vor Menschen zeigt es keine Scheu, solange wir sitzen bleiben. Es scheint fast so, als wolle es seinem Weibchen den Platz zeigen und schmackhaft machen. Dieses aber liess sich noch nie dazu bewegen, auf dem Gestell zu landen - jedenfalls nicht, solange Menschen auf dem Balkon zugegen waren.
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Merkur » Mittwoch 2. Juni 2021, 19:51

Ganz klar ist mir der Jahreszyklus der Xylocopa violacea noch immer nicht! Jetzt war ja fast ein Monat Pause (Mai); wegen zu niedriger Temperaturen gab es nur kurze Ausflüge.
Nun fliegen sie wieder und sammeln fleißig Pollen. Aber keine hat bisher angefangen, Röhren im Totholz auszunagen! Es scheint heuer doch alles etwas verzögert zu sein.

MfG,
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Boro » Mittwoch 25. August 2021, 14:31

Stammgast im Insektenhotel
Das Insektenhotel sollte solitären Insekten als Wohn- und Brutstätte dienen. Inzwischen hat sich ganzjährig (?) ein anderer Gast eingemietet: Die Mauereidechse (Podarcis muralis). Ein weiteres Exemplar wohnt im Steingarten und ein Jungtier (Nr. 3) habe ich vor kurzem im äußeren Fensterrahmen (!!) entdeckt. Insgesamt sicher ein inselartiges Vorkommen in der Stadt inmitten von "gepflegten" Gärten mit englischem oder schon Golfplatzrasen mit Rasenroboter.
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Boro » Sonntag 1. Mai 2022, 14:18

Reges Treiben im Insektenhotel
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DSC06400.JPG
Dolichoderus quadripunctatus bewohnt inzwischen mehrere "Zimmer" im Hotel, zwischen diesen herrscht pausenlose Besuchsaktivität
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Pollen werden rückwärts in das Nest transportiert??
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....oder werden Pollen für das Auskleiden von Fugen und Ritzen verwendet?
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Mehrere dieser Fliegen scheinen ständig auf der Suche und fliegen die Außenfassade der Hotelzhimmer auf und ab. Könnte es sich um eine parasitäre Art handeln?
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Könnte die Arbeiterin eine dieser Fliegen erbeutet haben? Sehr unwahrscheinlich, dazu ist Dolichoderus nicht in der Lage; ein totes Exemplar könnte aber zur Beute geworden sein.
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Letzte Mörtelbienen verschließen ihre Nester nach außen
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Mehrere dieser Spinnen sind ständig unterwegs. Es gibt kleine (Größe entspricht der Dolichoderus-Arbeiterin und größere Individuen (Mimikry zu Dolichoderus). Alle meiden den Kontakt zu den laufenden Ameisen, diese gehören offenbar nicht in das Beuteschema.
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Holzbienen umkreisen die Hotelanlage. Vielleicht stört sie das Gitter, es ist aber zur Abwehr der Spechte notwendig!
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eigenartiger Bewohner eines Insektenhotels
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Boro » Freitag 27. Mai 2022, 10:18

Am Bienenhotel ist nicht mehr sehr viel los: 1, 2 solitäre Bienen, etliche kleine schwarze Wespchen und natürlich Dolichoderus quadripunctatus. Letztere werden immer mehr, ich konnte auch beobachten, dass sie mindestens ein versiegeltes Röhrchen geöffnet haben. Sie scheinen für die Brut der Wildbienen langsam zum Problem zu werden.
Heutige Beobachtung: Wie immer auch Mauereidechsen und der Trauerschwärmer Anthrax anthrax.
Bienen, Wespen und die kleinen Ameisen werden von den Echsen ignoriert, der Trauerschwärmer jedoch weckt sofort ihren Jagdinstinkt. Vermutlich wissen sie, wer kein Gift zur Abwehr einsetzen kann!
Auch erstmal beobachtet: Spatzen machen (bisher erfolglose) Jagd auf die jungen Eidechsen!!
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Reber » Sonntag 29. Mai 2022, 17:30

Auch bei mir ist es deutlich ruhiger geworden am Wildbienenstand. Es gibt noch für die Jahreszeit typischen schwarzen Grabwespen und Düsterbienen.
Wildbienen1.JPG


Zugenommen haben die schönen parasitischen Schlupfwespen. Die Art ist wenig scheu und wirklich auffällig, mit schwarzem Kopf, weiss umrandeten Augen, rotem Thorax und schwarzem Abdomen mit weissen Streifen. Dazu kommen gelb-braune Beine, die etwas dickere Schenkel aufweisen. Leider konnte mir - wie bei Schlupfwespen üblich - niemand online bei der Bestimmung helfen. In "Beiträge zur Kenntnis der badischen Schlupfwespenfauna" bin ich nach längerer Suche möglicherweise fündig geworden? Grösse und Aussehen, sowie des Verhalten würde jedenfalls zu Perithous septemcinctorius passen. Die Art soll die Larven von Grabwespen, seltener auch von Goldwespen parasitieren, deren Nester sich in Holz oder Pflanzenstängeln befinden. Die gäbe es in meinen Nisthilfe jedenfalls auch. Aber es gibt bestimmt noch viele weitere Arten, die in Frage kommen.
Schlupfespen.JPG
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