Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Merkur » Dienstag 5. Mai 2015, 08:30

Bei den Nisthilfen ist ein Problem, dass die Tiere darin viel zu dicht siedeln. Das hat Folgen wie die Massentierhaltung: Parasiten und Krankheitserreger können sich ungehemmt ausbreiten. Mehrere kleine Nisthilfen in Abständen wären besser, oder hin und wieder eine neue Nisthilfe an etwas entfernter Stelle.

Bei mir wurden sogar Xylocopa (Holzbienen) infiziert, deren Nisthilfen (morsche Hölzer) direkt neben bzw. über denen für Osmia montiert waren
Neben Milben treten bei Osmia auch parasitische Taufliegen auf, Cacoxenus indagator, deren Larven sich von dem "Bienenbrot" ernähren.

MfG,
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon hormigas » Mittwoch 6. Mai 2015, 11:46

Hey Leute,
Ich wollte mal fragen wie spät im Jahr es noch Sinn macht Niethilfen für Wildbienen aufzustellen?
LG
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Antkönig » Mittwoch 6. Mai 2015, 14:25

Danke euch beiden für eure Antwort. Sollte ich also jetzt das alte Hotel stehen lassen und an einem anderen Ort im Garten ein kleineres aufstellen? Das wäre ja kaum ein Aufwand da ich eigentlich am Insektenhotel keine Pestizide oder ähnliches verwenden wollte.

Hormigas ich würde sagen, Sinn macht es immer soetwas aufzustellen. Zwar sterben bereits die ersten Wildbienen aber es dient ja auch als Winterunterschlupf für viele kleine Käfer und andere Insekten.
Ich denke halt bloß, dass jetzt nicht mehr Wildbienen bzw. eher wenige bei dir dieses Jahr noch einziehen, aber spätestens nächtes Jahr ist dann was bei dir los. :)

LG Antkönig
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Trailandstreet » Mittwoch 6. Mai 2015, 15:53

Ich würd auch sagen, es kann ja nicht schaden. Zum einen finden die Nachzügler noch was und wenn nicht, ist es für nächstes Jahr schon mal da.
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Scarvia Ny-Mand » Sonntag 10. Mai 2015, 15:28

Mein Lautsprecher am Fenster (aber in meiner Wohnung) hat so 6 tiefe Bohrungen, wo die Schrauben drin sind.
Eben kam eine Biene reingeflogen, hat sie nach und nach untersucht und hat sich scheinbar entschieden, das eins dieser Löcher ein schönes neues Heim wäre. Ich hab Musik angemacht, weil ich dachte vielleicht findet sie die Vibrationen unangenehm aber... meine Biene ist f*ing Metal.
Ich hab sie mit einem Schachlikspiel berührt (Zahnstocher war zu kurz) und selbst das stört sie nicht. :shock: Mal sehen ob ich die Kleine da noch rausgeekelt kriege, eine Bienenkolonie IN meinem Zimmer war weniger mein Traum. :lol:


Edit: Ha! Einfach weiter in Ruhe gelassen, Musik war noch an und jetzt ist sie wieder gestartet. Ich hab mals Fenster zugemacht, nicht, dass sie es sich gleich wieder anders überlegt. :roll:


Edit 2: Ich hab vorhin die Löcher zugeklebt und das Fenster wieder aufgemacht. Das Bienchen ist echt noch mal zurück gekommen. Zumindest denke ich, dass es die gleiche war, denn sie ist ziemlich gezielt auf das Loch zugeflogen, indem sie vorhin saß. Nachdem sie bemerkte, dass das Loch zugeklebt ist, ist sie wieder weggeflogen - und zwei Minuten später nochmal anzukommen. :lol:
Ich habs Fenster dann mal zugemacht. ^^"
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Reber » Freitag 11. Dezember 2015, 14:50

Dann nutze ich die kalte Jahreszeit hier mal für eine kurze Auswertung bezüglich der Besiedlung meiner Nisthilfen.

Im ersten Jahr haben die Wildbienen bei mir gerade mal 8 Stängel und zwei Bohrlöcher mit einem Durchmesser vom 8 mm belegt. Immernin ;)
Die Stängel und die Bohrlöcher wurden nach meinen Beobachtungen mehrheitlich von der als anspruchslos geltenden Roten Mauerbiene Osmia cf. bicornis in Beschlag genommen und mit Erd- oder Lehmklümpchen verschlossen.
Verschlossener Nesteingang lehmig.JPG


Es muss aber mindestens eine weitere Art oder Gattung eingezogen sein. Und zwar in ein Bohrloch mit rund 4 mm Durchmesser. Das Tier selber habe ich zwar nie zu Gesicht bekommen, die engere Behausung und vorallem der harzartige Verschluss deuten aber darauf hin.
Verschlossener Nesteingang harzig.JPG


Für mich ist dieser bescheidene Efolg Grund genug die Nisthilfen im nächsten Jahr etwas auszubauen: Einerseits biete ich 2016 je einen Behälter mit feuchtem Sand-Lehmgemisch und einen mit trockenem Sand am Balkonboden an. Mal sehen, ob sich so auch im Boden nistende Arten anziehen lassen oder ob die Tiere das Substrat zumindest zum Bau verwenden. Und mehr um meine Neugir zu stillen, als für die Tiere habe ich ein zusätzliches Beobachtungsnest beim Widbienenschreiner bestellt. Überzeugt haben mich vorallem die variabl grossen Bohrlöcher und das die Nistgänge hauptsächlich aus Holz bestehen, aber dennoch gute Einsicht bieten.
Nisthilfe mit Beobachtungsschublade.JPG
Wildbienennisthilfe mit Beobachtungsröhrchen.JPG
Wildbienen Niststollen eingefasst.JPG
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Merkur » Freitag 11. Dezember 2015, 17:21

Bin gespannt auf Deine Erfahrungen mit den Röhren vom Schreiner! - Ich hatte mal eine Nisthilfe mit ausschließlich aus Kunststoff bestehenden Röhren. Sah zuerst gut aus, aber dann sind mehr und mehr Larven bzw. Puppen erstickt (oder vertrocknet?). Es war ein totaler Fehlschlag!
Ich wünsche Dir (und den Bienen) viel Erfolg!
MfG,
Merkur
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Reber » Samstag 12. Dezember 2015, 16:00

Hallo Merkur, ich werde auf jeden Fall berichten.
Ich bin zuversichtlich, dass es im Gegensatz zu Modellen die ganz aus Kunststoffrörchen oder Glas bestehen, funktioniert. Da der Grossteil der Einrichtung eben aus Holz besteht und der Kunststoff das Brutholz nur zur Hälfte umfasst, müsste sie Luft- und Feuchtigkeits durchlässig sein.
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Merkur » Dienstag 16. Februar 2016, 17:14

Schutz vor Spechten

Nach meinen jüngeren Erfahrungen empfiehlt es sich, vor dem Bienenhotel ein Drahtgitter anzubringen, um z. B. Spechte fern zu halten. Möglicherweise machen sich auch Kohlmeisen an den Niströhren für Mauerbienen zu schaffen.

Biehotel-5921.jpg
Meine Bienenfavela im Februar 2016
Ein (noch etwas provisorisches) Gitter mit hier 12 mm Maschenweite verhindert seit dem Sommer 2015, dass die Niströhren von Vögeln aufgehackt werden. Holzbienen (Xylocopa) und Mauerbienen (Osmia) kommen bestens damit klar, auch wenn sie manchmal etwas turnen müssen um durch das Gitter zu kommen. ;) Links im nicht abgedeckten Teil sieht man eine Xylocopa-Niströhre, die vom Mittelspecht aufgehackt wurde.

Biehotel-2.jpg
Nistlöcher von Xylocopa violacea in weißfaulem Holz
Hier noch vergrößert: Links eine aufgehackte Röhre, rechts eine intakte unter dem Gitter.
Der Mittelspecht hat keine Tischsitten: Nach seinem Besuch liegen außer Holzspänen und Kotkrümeln aus dem Bienennest auch fette Larven oder Puppen am Boden, die er nicht aufgegessen hat! :roll:

Vor wenigen Tagen, Anfang Februar, konnte ich bei warmem Wetter bereits eine Kopula von Xylocopa beobachten.

MfG,
Merkur
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Trailandstreet » Dienstag 16. Februar 2016, 18:33

An meinem kleinen Nisthäuschen konnte ich auch schon feststellen, dass ein paar der losen Halme herausgezogen wurden. Ich hatte auch schon die Vögel im Verdacht.
Um sie aber gegen den Specht etwas sicherer zu machen, würde ich das Gitter lieber noch in einem geringen Abstand einbauen. Spechtschnäbel und Zungen sind nämlich lang.


LG Franz
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Reber » Donnerstag 31. März 2016, 23:27

Es geht wieder los! Die ersten Nistlöcher auf meinem Balkon wurden geöffnet. An meinen Balkonpflanzen konnte ich bereits verschiedene Wildbienenarten entdecken, die natürlich nicht alle aus meinen Nisthilfen stammen. Bei der jungen Mauerbiene die sich in mein Wohnzimmer verirrte, habe ich aber den Verdacht.
Osmia bicornis.JPG
Osmia bicornis


Auch in der freien Natur kann man jetzt an geeigneten Orten wieder Wildbienen beobachten.
Andrena cf. barbilabris 2.JPG
Andrena cf. barbilabris
Andrena cf. barbilabris.JPG
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Reber » Freitag 1. April 2016, 16:09

Neben der Roten Mauerbine Osmia bicornis belegt jetzt auch Osmia cornuta, die Gehörnte Mauerbiene Nisthöhlen bei mir.
Wildbiene im Anflug.JPG


Noch mehr gefreut habe ich mich aber über den Besuch einer Feldwespenkönigin (Polistes dominula). Sie hat das Wildbinenhäuschen ebenfalls inspiziert und verharrt nun regungslos an der Dachunterseite zwischen zwei Nisthilfen. Ob sie hier ihr Nest bauen will?
Polistes dominula am Wildbienenhaus.JPG
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Zuletzt geändert von Reber am Dienstag 12. April 2016, 16:57, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: auch Osmia cornuta
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Reber » Freitag 15. April 2016, 17:12

Die Wespe ist leider nicht geblieben. Dafür sind die Bienen fleissig. Besonders die Gehörnten Mauerbienen Osmia cornuta haben bereits einige Stollen geschlossen:
Mauerbiene mauert 1.JPG
Mauerbiene mauert
Niststollen wird verschlossen.JPG
Noch eine Lage und das Werk ist vollendet
Rote Mauerbine.JPG
Auch Osmia cf. bicornis ist fleissig am Werk

Beim Gemülle sind mir allerdings Spinnfäden aufgefallen. Weiss jemand, ob die von einem Parasiten stammen könnten?
Gemülle1.JPG
Gemülle aus den Röhren vom letzten Jahr
Gemülle 2.JPG

In den Beobachtungsröhrchen haben sich bisher vorallem Männchen bei schlechtem Wetter aufgehalten.
Wildbienen Männchen gastiert in Beobachtungsröhrchen.JPG

Aber jetzt konnte ich auch mindestens ein Weibchen beobachten, dass einen Stollen eines Beobachtungs-Nestes benützt. Es dürfte also bald interessante Bilder aus dem Inneren geben.
Polllen im Stollen.JPG
Pollen im Stollen
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Reber » Donnerstag 21. April 2016, 19:01

Osmia cornuta belegt bei mir nun zwei unterschiedliche Nisthilfen mit Nesteinsicht. Bei einer hat die Biene das Nest nach nur einer Zelle abschliessend zugemauert. Womöglich wegen einer Störung meinerseits.
Osmia cornuta im Nest.JPG

Hoffentlich geht das im zweiten Stollen nicht auch so. Bei meinem Kontrollblick war "Mutti" nämlich Zuhause.
Stollen belegt.JPG
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Trailandstreet » Samstag 21. Mai 2016, 22:05

Inzwischen wird nun auch die kleine Nisthilfe an der Hütte, die ich letztes Jahr angebracht habe genutzt und teilweise bereits versiegelt und auch die neue, die ich kurzfristig angefertigt habe, ist bereits in Benutzung.
IMG_2711.jpg
IMG_2712.jpg
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Reber » Montag 23. Mai 2016, 21:54

Eine weitere Bienenart besiedelt mein Nisthilfe. Leider kann ich sie nicht bestimmen. Ich dachte zuerst an Osmia adunca, nur soll die Biene auf Echium (Natterkopf) spezialisiert sein und diesen als einzige Pollenquelle nutzen. "Meine" Biene fotografierte ich aber an einer Salbei...

Hat jemand eine Idee um welche Art es sich handelt?
Wildbiene.JPG
Wildbiene1.JPG


Edit 24.05.2017, vermutlich handelt es sich um Osmia truncorum
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Merkur » Sonntag 29. Mai 2016, 10:56

Die Blaue Holzbiene auf Abwegen. ;)

Da stellt man den Wildbienen einschließlich der Xylocopa violacea ein komfortables „Bienenhotel“ zur Verfügung, letztes Bild
hier, und was machen die Viecher? Unter einem Regal-Gestell, wo Kaminhölzer zum Ablagern deponiert sind, sehe ich dieser Tage einen typischen Haufen Holzmehl: Eindeutig der Abraum aus einer Nestanlage der Holzbiene!

1-Xylocopa_6293.jpg
Holzmehl unter der Nestanlage
Die alte Obstkiste liegt da zur Entsorgung. Die Brettchen kann man in die Biotonne werfen, aber die zahllosen Metallklammern muss ich zuvor herausziehen.
2-Xylocopa_6295.jpg
Der Nistplatz
Doch unter dem Kistchen sind zwei Stücke von Obstbaumholz, und ausgerechnet hier, vor Regen geschützt (so wie auch das Bienenhotel!), hat sich eine der Bienen in das kleinere Stück (rechts im Bild) hinein gearbeitet, von der unteren Schnittfläche her. Für die Aufnahme habe ich das Kistchen kurzfristig weggenommen. Jetzt heißt es abwarten, bis die Nagetätigkeit beendet und das Nest mit Vorräten und Eiern gefüllt ist. Dann kann ich das Holzstück oben im Bienenhotel deponieren, oder einem Freund vermachen, der auch gerne diese Bienen in seinem Garten ansiedeln möchte. ;)
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Reber » Montag 13. Juni 2016, 21:05

Hier einige Impressionen aus den Beobachtungsnestern. Besonders eines mit unterschiedlich grossen Öffnungen wird von mindestens 3 Arten belegt. Bei den grössten Löchern müsste es sich um Brut von Osmia cornuta und Osmia bicornis handeln. Interessanterweise unterscheidet sich der Kot allerdings stark. Auch sind einige Kammern von mehreren Larven belegt, während in anderen Kammern des gleichen Niströhrchens nur eine Larve untergebracht ist. Handelt es sich um Parasiten?
Deutliche Unterschiede beim Kot und bei der Amzahl Larven pro Kammer.JPG
Osmia Brut mit einer Larve pro Kammern.JPG


In den mittelgrossen Gängen hat sich eine weitere Art eingensitet. Möglicherweise Osmia adunca. Hier gibt es immer nur eine Larve pro Brutkammer.
Brutkammern Osmia cf adunca.JPG
Brut von Osmia cf adunca.JPG
Osmia cf adunca.JPG


Die Grösste Überraschung habe ich aber im Stollen mit dem kleinsten Durchmesser entdeckt: Hier wurden offensichtlich Blattläuse eingetragen und der Stollen danach verschlossen. Habe ich in der gegenüberliegenden Öffnung mit gleichem Durchmesser den "Übeltäter" entdeckt?

Schwarze unbekannte.JPG
Schwarze Blattläuse im Niststollen.JPG
Schwarze Blattläuse eingetragen.JPG
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Merkur » Mittwoch 15. Juni 2016, 14:02

Hallo Reber,

Bei der Art, die ihre Brutröhren mit Blattläusen verproviantiert, handelt es sich um eine Grabwespe (Fam. Sphecidae). Das schwarze Wesen im 1. Foto der Serie passt dazu. Artbestimmung allerdings ist sehr schwierig!
http://www.holzfragen.de/seiten/grabwespe.html Grabwespen, Sphecidae
"In den Kammern werden artspezifisch paralysierte (lebend, aber bewegungsunfähig bleibende) Insekten (Raupen, Fliegen, Wanzen, Zikaden, Blattläuse, oder Heuschrecken) als Larvennahrung eingebracht, und der Gang am Ende verschlossen." - Auf einer anderen Seite fand ich auch "Ameisen" als Larvenproviant. ;)

MfG,
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Reber » Dienstag 27. Dezember 2016, 19:19

Ein Blick in die Nisthilfen meiner Bienen macht mich zuversichtlich, dass es 2017 ordentlich Nachwuchs geben wird. Vereinzelt sind aber auch verstorbene Larven und bei den Osima-Arten sogar Parasitenlarven zu entdecken!
Puppe Osima.JPG
Eine Osima-Puppe
Wildbienen Puppen.JPG
In der Mitte sind abgestorbene Larven zu erkennen
Parasiten-Larven.JPG
Osima-Puppen und unverpuppte Cacoxenus cf. indagator Larven
Parasiten Larven Winter.JPG

Bei den Parasiten handelt es sich vermutlich um Cacoxenus cf. indagator einer Taufliegenart, die der bekannten Fruchtfliege Drosophila melanogaster ähnelt. Ihre Larven fressen allerdings den Pollenvorrat der Bienenlarven (manchmal sogar die Bienenmade selber). Die Fliege überwintert im Larvenstadium, auch die gelben Kotfäden passen. Ob es sich tatsächlich um die vermutete Art handelt, werde ich bald feststellen können: Die Larven fressen - noch vor den schlüpfenden Bienen - kleine Löcher in die Nestverschlüsse...

Mehr Informationen über den Wildbienen-Parasiten findet ihr hier: http://www.wildbienen.de/wbi-p831.htm
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