Ameisenshops: Informationen, Kritik und Diskussion

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Re: Ameisenshops: Kritik und Diskussion

Beitragvon Trailandstreet » Mittwoch 1. Juni 2016, 08:36

Die ganze Sache scheint etwas dubios. Zum einen werden hier wohl tatsächlich Beurteilungen gefälscht. Wie er schon schreibt, die Wahrscheinlichkeit einen schweizer Namensvetter zu haben, ist wohl zu gering. Abgesehen davon, warum sollte er in einem Schweizer Shop einkaufen, mit noch dazu höheren Versandkosten etc. etc.
Die Bewertung des Shopbesitzers selbst ist entweder etwas sehr naiv oder nur noch dumm.
Wenn ich als Shopbesitzer eine kurze Anmerkung dazu abgeben möchte, häng ich die an den Artikel, bzw. die Artikelbeschreibung. Man sollte ja seine eigenen Zugangsdaten haben!
Einen Namen zu verwenden, der einen gewissen Bekanntheitsgrad hat, kann sein Vorteile haben, aber im umgekehrten Fall umso mehr Nachteile!

Irgendwie bin ich von den Schweizern mehr Gründlichkeit gewohnt.
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Re: Ameisenshops: Kritik und Diskussion

Beitragvon Merkur » Mittwoch 1. Juni 2016, 08:57

Die "Bewertung" ist inzwischen gelöscht. - Wer kann ausschließen, dass der Autor sie tatsächlich selbst geschrieben hat, um sich dann darüber beschweren zu können?
Man hat aus dieser Richtung schon sehr viele üble Verwirrspielchen unter zahlreichen Pseudonymen erlebt. :roll:
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Edit: Angekommen! https://www.ameisenforum.de/fake-bewert ... ml#p388064
(habe mich von Freund Diffeo inspirieren lassen. Rofl)
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Re: Ameisenshops: Kritik und Diskussion

Beitragvon LynnLectis » Donnerstag 2. Juni 2016, 12:40

Trailandstreet hat geschrieben:Irgendwie bin ich von den Schweizern mehr Gründlichkeit gewohnt.


Stimmt, ist vielleicht gar kein Schweizer, sondern einfach jemand, der in der Schweiz wohnt. :P
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Re: Ameisenshops: Kritik und Diskussion

Beitragvon Anon » Dienstag 7. Juni 2016, 12:03

Kaum hat er auf, da hat er ("vorübergehend") auch schon wieder zu:

Vorübergehend ist unser online Ameisen-Fachhandel geschlossen.

So rasch wie möglich beheben wir diesen Missstand und entschuldigen uns in aller Form bei unseren Ameisenfreunden!

"WIR MACHEN PLATZ FÜR NEUES"

Ihr Ameisenshop Schweiz Team


Bin sehr gespannt, was da "NEUES" kommt... :roll:
(edit 08.06./ Da wurde wohl nur etwas an der Seite gebastelt, jedenfalls ist er wieder da, der Shop...)
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Re: Ameisenshops: Kritik und Diskussion

Beitragvon Meganon » Montag 18. Juli 2016, 19:54

Und wieder einer: http://ameisen-exotic-welt.de/de/

Ich bin auf eure Meinung gespannt, ich finde es hört sich alles merkwürdig an.


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Re: Ameisenshops: Kritik und Diskussion

Beitragvon Anon » Montag 18. Juli 2016, 21:32

Hallo Meganon,

hier meine Meinung (und ein paar Infos) dazu:

Die Inhaberin der Domain "ameisen-exotic-welt.de" ist laut denic.de eine Liliane C. V. aus Brasilien.

Sie war schon seit längerem auf der Suche nach einem deutschen Geschäftspartner, um ihre Ameisen via Expressversand aus Brasilien direkt (und zukünftig wohl auch exclusiv) innerhalb Deutschlands vermarkten zu können. Offensichtlich hat es nun endlich geklappt und sie hat eine(n) Geschäftspartner(in) gefunden. (Siehe Impressum des Shops.)

Ich hatte in 2013 einen sehr netten E-Mail-Kontakt mit o.g. Liliane aus Brasilien, in der sie mir ausführlich von der Idee ihrer dortigen Kooperative berichtete, idealerweise also ein ökologischer und monetärer "Fair Trade", der auch den Ameisensammlern vor Ort zugute kommen soll. Zur Preisgestaltung und Vielfalt des Angebots kann ich nichts sagen, schau (und urteil) selbst. Die tatsächlichen Lieferzeiten werden sich zeigen, auch in welchem Zustand die Tiere beim "Endverbraucher" ankommen werden.

Insbesondere aber bin ich gespannt, ob sich folgende Aussage der Brasilianer in der Praxis auch wirklich umgesetzt wird:
Wir zerstören keine Ameisennester und graben keine Königinnen aus. Jede unserer angebotenen Ameisen ist vom Schwarmflug, sodass wir weder Ameisennester zerstören oder Königinnen ausgraben und somit ganze Kolonien zerstören. Dadurch erhalten wir die natürlichen Vorkommen und greifen nicht wesentlich in die Ökosysteme ein.

Davon ausgehend, dass man dem "Ökosystem Wald" in Brasilien durch das Ausgraben/Zerstören selbst ganzer Kolonien wohl kaum einen nennenswerten Schaden zufügen kann, scheint mir dieser Passus im Angebot wohl eher für "europäische Geschmäcker" getextet worden zu sein, dem Gewissen des künftigen Ameisenhalters zuliebe. (edit: Aber ich werde es vorläufig gerne mal glauben. U.a., weil mich wundert, dass auf der Shopseite z.B. derzeit keinerlei Blattschneiderameisen angeboten werden. Zugehörige Frage: Wer kennt deren ungefähre Schwarmflugzeiten in Brasilien bzw. Südamerika?)

Abgerundet wird das Konzept durch die Möglichkeit, Liliane und die Sammler in Lauro de Freitas besuchen zu können und mit ihnen gemeinsam auf (mehrsprachige) Exkursionen zu gehen. Bin neugierig, ob sich jemand aus der hiesigen Ameisenhaltergemeinschaft mal eine solche Reise gönnen wird und die brasilianischen Lieferanten sich auch als gute Reiseleiter und Gastgeber erweisen werden.

Auf jeden Fall aber wünsche ich dem neuen Shop (insbesondere der dahinterstehenden Idee) vorerst viel Glück, trotz leicht gemischter Gefühle!
.
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Re: Ameisenshops: Kritik und Diskussion

Beitragvon Merkur » Dienstag 19. Juli 2016, 19:29

Insgesamt gibt es 47 Arten Blattschneider (engl.Wikipedia), für die im einzelnen die Schwarmzeiten schwer zu ermitteln sind.

Schwarmzeit für Atta sexdens in Südamerika: „Jederzeit zwischen Ende Oktober und Mitte Dezember.“ (B. Hölldobler & E. O. Wilson 2011, The Leafcutter Ants)
Der Ort Lauro de Freitas liegt auf ca. 13° Süd.

April is mating season for winged pairs of Texas leafcutter ants. Das ist Atta texana. https://de.pinterest.com/pin/418975571554160398/
Texas erstreckt sich von ca. 29° bis 33° Nord.

In den beiden Beispielen schwärmen die Tiere also im jeweiligen „Frühjahr“, wobei das in Brasilien sicher weniger deutlich bemerkbar ist als im Süden der USA. Wahrscheinlich spielt auch die Häufigkeit und Intensität von Regenfällen eine Rolle.

Aber es ist durchaus denkbar, dass der Shop in Brasilien Atta-Königinnen erst jeweils nach den Schwarmflügen anbietet. Der Versand ist sicher einfacher als der junger Kolonien mit Pilzgarten und Arbeiterinnen.

MfG,
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Re: Ameisenshops: Kritik und Diskussion

Beitragvon Exotic-Welt » Donnerstag 21. Juli 2016, 08:10

Hallo,

die Tiere kommen per Lebendtierversand nach Deutschland. Dort werden sie von einem fachkundigen Mitarbeiter gepflegt und an die Käufer versendet.
Atta Arten werden bei uns erst versendet, wenn sie erfolgreich gegründet haben.

Die Einnahmen kommen mehreren Familien zugute und werden auch für weiterführende Projekte in der Region eingesetzt um noch mehr Familien einen Arbeitsplatz und eine Existenz zu ermöglichen.
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Re: Ameisenshops: Kritik und Diskussion

Beitragvon Reber » Donnerstag 21. Juli 2016, 09:37

Auf jeden Fall ein interessantes Projekt. Ich habe den shop jetzt ebenfalls auf der Liste verlinkt...
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Re: Ameisenshops: Kritik und Diskussion

Beitragvon Merkur » Freitag 22. Juli 2016, 08:46

Leider werden die Informationen zu solchen Themen zunehmend über mehrere Foren verstreut :roll: . Hier z. B. erfährt man etwas mehr über Exotic-Welt: http://eusozial.de/viewtopic.php?f=81&t=3962
Ob eine Schmetterlingsfarm, die mit den Gewinnen aus dem Ameisenverkauf finanziert werden soll, für Naturfreunde unbedenklich ist? - Daraus sollen "Schmetterlingshäuser" beliefert werden. Ich kenne einige davon im In- und Ausland. Letztlich werden die Schmetterlinge darin auch nur als Schaustücke verbraucht.

MfG,
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Re: Ameisenshops: Kritik und Diskussion

Beitragvon Anon » Freitag 22. Juli 2016, 19:49

Emse hat geschrieben:Insbesondere aber bin ich gespannt, ob sich folgende Aussage der Brasilianer in der Praxis auch wirklich umgesetzt wird:
Wir zerstören keine Ameisennester und graben keine Königinnen aus. Jede unserer angebotenen Ameisen ist vom Schwarmflug, sodass wir weder Ameisennester zerstören oder Königinnen ausgraben und somit ganze Kolonien zerstören. Dadurch erhalten wir die natürlichen Vorkommen und greifen nicht wesentlich in die Ökosysteme ein.

Davon ausgehend, dass man dem "Ökosystem Wald" in Brasilien durch das Ausgraben/Zerstören selbst ganzer Kolonien wohl kaum einen nennenswerten Schaden zufügen kann, scheint mir dieser Passus im Angebot wohl eher für "europäische Geschmäcker" getextet worden zu sein, dem Gewissen des künftigen Ameisenhalters zuliebe. (edit: Aber ich werde es vorläufig gerne mal glauben. U.a., weil mich wundert, dass auf der Shopseite z.B. derzeit keinerlei Blattschneiderameisen angeboten werden. [..]


Nachtrag: Habe gerade erfahren, dass es in Brasilien generell verboten ist, ohne behördliche Genehmigungen u.a. Ameisen auszugraben, um sie dann außer Landes zu führen. Diese Genehmigungen sind aber nur selten (eher gar nicht!) zu bekommen.
Das Sammeln nach einem Schwarmflug ist aber erlaubt, zumindest auf "eigenem Grund u. Boden". Und für diese Gynen gibt es dann wohl - unter bestimmten Bedingungen! - auch eine Ausfuhrgenehmigung. (Soweit zu meinen Informationen! ;))
.

Und allgemein zum Thema "Biopiraterie" in Brasilien:
Brasiliens Natur wird seit 500 Jahren ausgeplündert. Pau Brasil, eine heute fast verschwundene Hartholz-Art, hat Brasilien sogar den Namen gegeben - es wurde keine zwei Jahre nach der Entdeckung des Landes in großem Ausmaß als Färbeholz nach Europa gebracht. Zum kollektiven Trauma von der Ausbeutung der Natur gehört natürlich auch der Kautschuk-Baum, der aus dem Land geschmuggelt und im damals britischen Südostasien heimisch gemacht wurde, worauf das Kautschuk-Geschäft in Brasilien zusammenbrach

http://www.fr-online.de/wissenschaft/br ... 92100.html

edit/ @ Folgebeitrag:
Erne hat geschrieben:Tut mir Leid wenn ich hier aus der Reihe falle, ein User der sich in allen Foren neu anmeldet, ohne jegliches zur Ameisenhaltung beizutragen, seinen Shop, für mich bewirbt, der sollte zumindest, in meinen Augen ehrlich sein.
Wo genau wird denn da "gelogen"? :?:
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Zuletzt geändert von Anon am Freitag 22. Juli 2016, 22:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ameisenshops: Kritik und Diskussion

Beitragvon Erne » Freitag 22. Juli 2016, 21:48

Ein tolles Projekt, für mich fehlen da hinterlegte, nachvollziehbare Informationen.
Merkur hat aus anderer Sicht, ein paar kritische Worte gefunden.

Im Eusozial wurde nachgefragt und es gab einen Beitrag ohne verbindliche Inhalte.
http://eusozial.de/viewtopic.php?f=80&t ... 3640fc3eb6

Im Ameisenforum wurde der Beitrag von Exotic-Welt, wegen Unterstellungen und nicht nach zu vollziehenden Angaben, zur Informationsfindung ins Interne verschoben.

Exotic-Welt schreibt!
Die Einnahmen kommen mehreren Familien zugute und werden auch für weiterführende Projekte in der Region eingesetzt um noch mehr Familien einen Arbeitsplatz und eine Existenz zu ermöglichen.

Bei Eusozial nachzulesen
Es scheint wohl so zu sein, das die Mehrzahl aller Südamerikanischen Sammler die bisher die shops in Europa beliefert haben in dieses neue Projekt einsteigen möchten.

Es scheint oder auch nicht?
Die Frage die sich mir stellt, versucht ein neuer Shopbetreiber ein neues Geschäftsmodel abzuziehen, benutzt die Foren um Werbung zu machen?
Bin mehr als interessiert, was er noch anbieten wird?

Ich habe nichts gegen Shops und Ameisenanbieter, bin immer erfreut, wenn ich günstig Arten erwerben kann.

Tut mir Leid wenn ich hier aus der Reihe falle, ein User der sich in allen Foren neu anmeldet, ohne jegliches zur Ameisenhaltung beizutragen, seinen Shop, für mich bewirbt, der sollte zumindest, in meinen Augen ehrlich sein.
Nichts für Ungut.

Grüße Wolfgang
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Re: Ameisenshops: Kritik und Diskussion

Beitragvon Reber » Freitag 22. Juli 2016, 22:54

Hallo Erne,

dir braucht nichts leid zu tun, im Faden hier geht es gerade darum, den Ameisenhandel zu diskutieren und kritisch zu beleuchten!
Das Projekt kling sicher zuerst einmal interessant. Kommt fast daher, wie eine Art "fair trade"-Ameisenhandel. Die Tiere werden nur gesammelt - nicht ausgegraben, die lokalen "Produzenten" werden nicht von Zwischenhändlern geschröpft, sondern verkaufen praktisch direkt...

Wie es tatsächlich ausschaut, weiss keiner von uns. Kritische (Nach-)Fragen, Kommentare und Zusatzinformationen können dazu dienen, zu verifizieren, was Sache ist.

Ich bin mir recht sicher, dass der Startpost von Meganon zu diesem Thema genau in diese Richtung zielte.
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Re: Ameisenshops: Kritik und Diskussion

Beitragvon Exotic-Welt » Samstag 23. Juli 2016, 07:18

Guten Morgen,

Ich bin nur die Ansprechperson in Deutschland, ich habe daher keine Antwort auf alle fragen sondern muss dann erst einmal eine Rückfrage stellen. Daher steht im Eusozial was ich aus meinem Wissensstand erschließen konnte.

Ich habe mittlerweile aber Antworten bekommen.

Die Sammler die im Moment den Shop betreiben stammen alle aus einer Region. Dort wollen viele Familien von dem Geld leben. Bisher war der Verdienst durch die Verkäufe an die shops nur ein Zubrot.
Die Menschen dort leben von ca 100-150€ im Monat. Da es kaum Jobs gibt verdienen sie ihr Geld mit Tagelöhner Jobs, fischen, Kokosnüsse und Erdnüsse sammeln sowie dem ausgraben von Mandioka Wurzeln. Einige sammeln auch die Rinde bestimmter Bäume, die das Aroma für einen bestimmten Schnaps gibt.

Die Region ist sehr arm. Jeden Monat kommen LKW mit cesta basica, eine Paket an Grundnahrungsmitteln und verteilen diese in der Region. Das ganze wird von der katholischen Kirche und dem regionalen Kloster organisiert.

Die Menschen erhoffen sich jetzt ein besseres Leben durch Mehreinnahmen im eigenen Shop.


Zu dem Genehmigungen. Es dauert mindestens 8 Monate bevor ein Sammler alle Genehmigungen von den 4 involvierten Behörden beisammen hat. Auch dann darf nur in dem jeweiligen Bundesland gesammelt werden. Man soll solche Genehmigungen auch nur erhalten können wenn man Brasilianer ist.


Das die anderen Südamerikanischen Sammler scheinbar einsteigen möchten, weiß ich daher weil es mir viele mitgeteilt haben. Da es aber noch nicht soweit ist und ich nicht genau sagen kann wie viele Sammler es dort gibt kann ich keine 100% fixe Aussage machen ;). Der Start läuft aber erstmal über Brasilien.


Natürlich ist es wie Merkur bereits geschrieben hat immer kritisch zu beleuchten. Doch ganz ehrlich ein Naturfreund sollte etwas gegen jegliche Art von Unternehmen haben gleich welcher Art.
Es geht bei dem Projekt darum den Menschen vor Ort eine Zukunft zu ermöglichen anstatt jene zu bereichern die mehr haben als sie je verbrauchen können.
In Brasilien haben die Familien auf dem Land trotz kostenloser Verhütungsmitteln sehr viele Kinder Dort geht die Aufklärung nur langsam voran.

Hoffe ich konnte etwas mehr Licht in die deutschen Gemüter bringen, die alles immer im kiritschen Licht betrachten müssen.


MfG
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Re: Ameisenshops: Kritik und Diskussion

Beitragvon Merkur » Samstag 23. Juli 2016, 11:24

@ Arne:

„Hoffe ich konnte etwas mehr Licht in die deutschen Gemüter bringen, die alles immer im kiritschen Licht betrachten müssen.“

Soll das ein Vorwurf sein, dass wir “kritisch” sind? Sollen wir alle „Informationen“ unkritisch für wahr halten? - Das kann äußerst schädlich sein; man läuft doch Gefahr, permanent belogen und über den Tisch gezogen zu werden! Bitte nicht als persönlich gemeinten Vorwurf auffassen. Es ist nur eine ganz allgemeine „Lebensweisheit“!

Euer Vorhaben ist bei mir allerdings mit einigen Fragezeichen garniert:

Hat man wirklich die Hoffnung, mit dem Verkauf von Ameisen die Lebensumstände einer größeren Zahl von armen Brasilianern nennenswert verbessern zu können? – Es gibt ja, wie unsere Liste hier in diesem Thread zeigt, ohnehin bereits viele Ameisenshops, die als Konkurrenz auftreten. Und Lieferanten in einer ganzen Reihe von Ländern.
Wie groß die Zahl der potentiellen Kunden sein wird, sei dahingestellt. Da bereits so viele Händler vom Ameisenverkauf leben, muss es eigentlich unglaublich viele Ameisenhalter geben. Die relativ geringe Zahl derer, die sich in den Foren melden, täuscht wahrscheinlich.

Du schreibst im eusozial http://eusozial.de/viewtopic.php?f=81&t=3962#p39426 :
„Die überschüssigen Gewinne die erzielt werden, fließen zum großen Teil in eine Schmetterlings farm. Diese befindet sich gerade im Aufbau und hat bereits Anfragen von Schmetterlings Häusern rund um den Globus. Weitere Projekte sind bereits in Planung.“
– Wie ich bereits gestern erwähnt habe, sind Schmetterlingsfarmen und Schmetterlingshäuser jedem Naturfreund (das sind Leute, die sich an der Natur erfreuen möchten, nicht an den Gewinnen aus deren Ausbeutung) ein Dorn im Auge.
Es geht ja bevorzugt um die besonders „schönen“, großen tropischen Falter. Die werden der Natur entzogen, ihre Raupen lassen sich vor Ort mit den geeigneten Pflanzen füttern und im geeigneten Klima aufziehen, dann werden die transportfähigen Puppen auf den Markt geworfen.
Viele Menschen sammeln Schmetterlinge als tote Schaustücke in ihren Kästen, natürlich möglichst frisch geschlüpfte ohne Beschädigungen. Andere Puppen werden von den Schmetterlingshäusern geordert, wo der zahlende Besucher sich in entsprechenden Käfigen von den Schmetterlingen umflattern lassen kann. Deren Dasein ist reichlich triste: Ein paar Futterstellen sichern das Überleben für ein paar Tage oder Wochen, dann sterben die Tiere. Nachzucht ist nicht möglich; es muss ständig Nachschub via "Farmen" aus der Natur geliefert werden!
Nicht zuletzt werden zahlreiche solche „Präparate“ als Souvenirs in Shops in tropischen Ländern verhökert. Siehe hier: viewtopic.php?f=50&t=79&start=320#p7876

Da ist es doch nicht überraschend, wenn dem einen oder anderen ethische Bedenken kommen. :roll:

MfG,
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Re: Ameisenshops: Kritik und Diskussion

Beitragvon Exotic-Welt » Samstag 23. Juli 2016, 13:06

Hallo Merkur,
das mit sem kritisch sehen ist kein Vorwurf, sondern lediglich eine Tatsache die unsnallen anhaftet. Ist auch kein Wunder in unserer Gesellschaft gibt es zu viele schwarze Schafe.


Die Hoffnung haben die Sammler aus Brasilien. Laut eigenen Aussagen will niemand aus Südamerika (z.B. Chile) mehr an andere europäische shops verkaufen. Die Zeit wird zeigen wie es sich entwickelt.

Wir haben aber auch bereits erste Anfragen aus Taiwan und China die bei dem Projekt mitmachen möchten. Das wird aber noch lange dauern, erst muss geprüft werden ob es dort den Menschen zugute kommt die es verdient haben oder ob ein Zwischenhändler einfach nur mehr Bereicherung möchte.

Bisher wurden jedes Jahr 400-500 Königinnen an die shops geliefert. Eine gewisse Abnahme besteht also.

Mit dem Schmetterlings Haus hast du vollkommen Recht. Ich versuche da etwas mehr Informationen zu bekommen wie das ganze abläuft. Das es keine schöne Lösung ist, mit den Schmetterlingen sollte jedem bewusst sein.
Es war bisher die einzige Möglichkeit.
Die Menschen dort brauchen eine Arbeit dessen Produkt am Ende verkauft werden kann. Bei den Schmetterlingen haben sich viele Interessierte Abnehmer gemeldet und die Regierung hat dass ganze ins Rollen gebracht.

In weiterer Zukunft wird versucht andere Projekte zu entwickeln. Das Problem hierbei ist aber tatsächlich die verkäuflichkeit der Produkte. Es ist ein weiter Weg.
Wenn das ganze ins Rollen kommt werde ich über weiter Ideen für Projekte berichten. Eventuell entspringt diesem Forum ja eine wunderbare Idee welche den Menschen hilft ohne die Natur zu schröpfen.

MfG
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Re: Ameisenshops: Kritik und Diskussion

Beitragvon Merkur » Samstag 23. Juli 2016, 14:28

Auch hier wird die Angelegenheit diskutiert, mit ähnlichen Argumenten: http://eusozial.de/viewtopic.php?f=80&t=3962#p39433

Zum Thema „Schmetterlingsfarmen“ hat Phil anscheinend andere Erfahrungen als ich:
„Das ist sicher ein lohnendes Investment. Schmetterlingsfarmen, richtig praktiziert, sind inzwischen fast unerlässlich für den Schutz von Schmetterlingen und vor allem deren Habitaten, und bieten lokalen Personen eine gute Einnahmequelle.“
Das wäre m. E. eine etwas weitere Diskussion wert (schaue zu Phil, der hier ja auch Mitglied ist ;) ).

MfG,
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Re: Ameisenshops: Kritik und Diskussion

Beitragvon Anon » Samstag 23. Juli 2016, 16:23

BTW: Mehr Informationen und praktische Hintergründe zum geplanten Projekt "Schmetterlingsfarm" gibt es in diesem Thread: Partner für Schmetterlingsfarm gesucht (Stand Mitte 2015 / Mag sein, dass das Projekt mittlerweile schon weiter gediehen ist.)

Nochmal allgemein zum neuen "Fair-Trade-Shop": Wünsche den Menschen, die dahinterstehen, nach wie vor alles Gute!
In der Hoffnung, dass ihr "sauber" arbeitet und niemanden, weder Sammler noch Abnehmer, (ent-)täuschen werdet.

Und bevor jemand evtl. spekulieren möchte: Nein, habe mit dem neuen Shop nichts zu tun. Mir gefällt lediglich die IDEE ausserordentlich gut! Wenn es dann zukünftig noch mit der Umsetzung passt, umso besser! :)
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Re: Ameisenshops: Kritik und Diskussion

Beitragvon Phil » Samstag 23. Juli 2016, 16:23

OT zu Schmetterlingsfarmen:
Ich habe bereits einige positive Berichte über Schmetterlingsfarmen an meiner Uni gehört, nie etwas negatives. Ich habe jetzt etwas recherchiert und bin überrascht, wie wenig tatsächliche Daten es dazu gibt, vor allem angesichts der großen Anzahl solcher Farmen und Projekte. Es ist daher schwer ein globales Bild abzuzeichnen, und es ist wohl nötig, jeweils die einzelnen Projekte zu betrachten.
Es gibt ein Art Review zu Schmetterlingshäusern (nicht so sehr zu Farmen) und ihrer möglichen künftigen Entwicklung:
Boppré & Vane-Wright (2012): The Butterfly House Industry: Conservation Risks and Education Opportunities
http://www.conservationandsociety.org/a ... t=Boppr%E9

Es exitieren weltweit anscheinend einige kleine, als Entwicklungshilfe ausgelegte Projekte, z.B.
Kawe Amazonia Butterfly Farm Project
http://www.entrepreneurstoolkit.org/ind ... _in_Guyana
Zansibar Butterfly Center
https://www.seed.uno/awards/all/butterf ... ation.html

Analysen zu Projekten habe ich bislang drei gefunden. Das größte "Projekt" ist in Papua Neuguinea, wo die sehr seltenen Ornithoptera aus Schutzgründen (ja, klingt absurd) zum Verkauf freigegeben wurden, um Butterfly Farm Projects zu ermöglichen.
Eine der Hauptperson hinter dieser Idee ist M.J. Parsons, der auch darüber wissenschaftlich publizierte:
MJ Parsons (1992): The butterfly farming and trading industry in the indo-australian region and its role in topical forest conservation.
http://www.troplep.org/TLR/3supplement1/pdf001.pdf
und
http://www.troplep.org/TLR/3supplement1/pdf002.pdf

Es gibt eine Doktorarbeit die sich mit dem Projekt befasste und ihre langfristige Entwicklung erforschte, und kritisch hinterfragt:
Rob Small (2004): Uptake and the Success of insect farming projects in Papua New Guinea
http://www.rufford.org/files/Thesis.pdf

Weitere analysierte Projekte sind:
Das erfolgreiche Kipepeo Projekt in Tanzania:
I. Gordon & W. Ayiemba (?): Harnessing Butterfly biodiversity for improving livelihoods and forest conservation: The Kipepeo Project
https://www.researchgate.net/profile/Ia ... 900c99.pdf

Sowie eine weitere Doktorarbeit:
T. Morgan-Brown (2007): Butterfly farming and conservation behavior in the east Usambara Mountains of Tanzania.
http://www.amanibutterflyproject.org/morganbrown_t.pdf

Alles in allen sind solche gut geführten Projekte sicherlich vielversprechend für die zukünftige Entwicklung, und es werden sicherlich weitere entstehen. Es wurde, soweit meine Recherchen, noch nie ein negativer Einfluss von Butterfly Farms auf die lokale Schmetterlingspopulation gezeigt; die Tiere sind vor allem durch Lebensraumverlust bedroht, und solche Projekte bringen den Menschen näher, wie es um den tatsächlichen Wert von Biodiversität in ihren eigenen Land steht. Aber weitere Erfassung von Daten vor allem in der Langzeitentwicklung der Projekte sind sehr wichtig und viel zu selten.

Grüße, Phil
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Re: Ameisenshops: Kritik und Diskussion

Beitragvon Merkur » Montag 25. Juli 2016, 16:41

Hallo Phil,

nochmals vielen Dank für die Links!

Sehr interessant ist der Beitrag von Michael Boppré und RI Vane-Wright (2012): The Butterfly House Industry: Conservation Risks and Education Opportunities.
(Bopprè ist mir auch gut bekannt, vertrauenswürdig).
Aus dem Abstract:
“The BHI is described with respect to its stakeholders, their diverse interests, and its extent. It is estimated that the global turnover of the BHI is in the order of USD 100 million. From a conservation perspective, there is a tension between risks and benefits. The risks to biodiversity are primarily unsustainable production, potential bastardisation of local faunas and floras, and genetic mixing within and even between butterfly species.”
Das sind ja Bedenken, wie ich sie auch im Hinblick auf die Ameisenimporte geäußert hatte.
Auch der weitere Inhalt des Abstracts ist unbedingt lesenswert!

Im Text wird weiterhin auch das Risiko der Verbreitung von Parasiten und Pathogenen durch die Massenhaltung der Raupen und den Versand der Puppen angesprochen (weltweit 5-10 Millionen Puppen jährlich!) .

Ich hatte bisher Bedeutung und Umfang dieser “Schmetterlingshaus-Industrie“ weit unterschätzt! Doch wenn ich bedenke, dass es selbst in unserem kleinen Darmstadt (Zoo – Vivarium) eine Halle mit Schmetterlingen gibt, so kann man sich vorstellen, welchen Umfang der jährliche "Verbrauch" exotischer Schmetterlinge in den entsprechenden Einrichtungen in Europa und Amerika angenommen hat. :(

Die positiven Berichte über die Farmen und Ausstellungen betonen vorrangig die wirtschaftliche Seite, die Gewinne, die damit erzielt werden (und hoffentlich der lokalen Bevölkerung zugute kommen). Eventuelle Nachteile und Probleme werden kaum angesprochen.

Wie Boppré und Vane-Wright (Abstract) wohl zutreffend bemerken, muss die Schmetterlinsfarm-Industrie einen wesentlichen Beitrag zum Naturschutz leisten, vorrangig durch effektive Erziehung/ Bildung zur Biologie der Schmetterlinge, um die Öffentlichkeit über grundlegende ökologische Prozesse sowie Umweltschutz-Belange zu informieren….
Derzeit wird das große Potenzial dieser Industrie zum Nutzen der Öffentlichkeit nur selten verwirklicht.

Es ist nicht möglich, die Vielzahl der Gesichtspunkte in der Arbeit hier einzeln vorzustellen, aber der Artikel ist unbedingt lesenswert und in jeder Hinsicht „bildend“!

Bremsen oder stoppen kann man die Entwicklung sicher nicht mehr. Vermarktung von Natur wird in vielen Bereichen rücksichtslos betrieben. Was bei mir bleibt, ist ein bitteres Gefühl der Hilflosigkeit gegenüber solchem Ausverkauf der Natur. Dass jährlich Millionen so wunderbarer Tiere verbraucht werden, in den Schmetterlingshäusern nach wenigen Tagen kläglich verenden, hauptsächlich ja doch nur zur kurzfristigen Unterhaltung der Besucher und um die Kassen der Betreiber zu füllen, das ist eine nur schwer erträgliche Vorstellung! :(

Ich möchte mir wünschen, dass für die arme Bevölkerung der Herkunftsländer dieser Schmetterlinge andere, bessere und ökologisch wie ethisch vertretbare Einkommensquellen erschlossen werden!

(Ganz klein geschrieben: Sogar mein Beitrag von 2004 findet Erwähnung: International pet ant trade: increasing risk and danger in Europe (Hymenoptera, Formicidae). Aliens Newsletter 19/20: 24-26.)

MfG,
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