Wo sind Igel, Fluginsekten und Schnecken geblieben?

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Re: Wo sind Igel, Fluginsekten und Schnecken geblieben?

Beitragvon Emse » Donnerstag 27. Oktober 2016, 12:50

Zum Thema passend und aktuell:

"Die ungebremste Expansion des Menschen auf der Erde hat zerstörerische Folgen für die anderen Bewohner des Planeten: Einer am Donnerstag [27.10.16] veröffentlichten Langzeitstudie zufolge ist die Zahl der Wirbeltiere auf der Erde seit 1970 um fast drei Fünftel, also fast 60 Prozent, zurückgegangen."
Quelle: Focus / http://www.focus.de/wissen/natur/tiere- ... 20611.html

"Seit 1970: Zahl der Wirbeltiere hat sich mehr als halbiert "
Quelle: Spiegel / http://www.spiegel.de/wissenschaft/natu ... 18469.html

Wachstum, Wachstum, über alles... :(
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Emse
 

Re: Wo sind Igel, Fluginsekten und Schnecken geblieben?

Beitragvon Merkur » Donnerstag 27. Oktober 2016, 14:37

Danke, Emse, für die Links!

Insgesamt ist die Situation ganz sicher bedrohlich.
Ich habe mich allerdings etwas bemühen müssen, um herauszufinden, ob nun jeweils Individuenzahlen oder Artenzahlen gemeint sind. Mir scheint, dass das in den Berichten etwas durcheinander geht!

Focus:
Die Studienautoren nennen fünf wichtige Gründe für das Sinken der Tierzahlen: Der Mensch mache den Tieren den Lebensraum streitig. Er jage und fische zu viel. Er verschmutze den Lebensraum. Zudem würden Spezies in fremde Lebensräume eingeführt, wo sie großen Schaden anrichteten. Außerdem verbreiteten sich Krankheiten unter den Tieren.
- Nicht neu, wird aber ja leider gerne heruntergespielt!

Spiegel:
Wie das Umweltministerium von Neuseeland unabhängig vom WWF-Report berichtet, sind rund 90 Prozent der dort lebenden See- und Küstenvögel und mehr als ein Viertel der Meeressäuger vom Aussterben bedroht. Unter den gefährdeten Arten seien Albatrosse, Pinguine, Seelöwen und der Maui-Delfin, von dem es nur noch 63 Exemplare gebe.

Im Spiegel verlinkt: https://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Pub ... assung.pdf
Diese Kurzfassung sollte man lesen (sie ist lang genug!).
In S. 13 Abb. 7 „Gefährdungssituation von Tieren, Pflanzen und Pilzen in Deutschland finden sich sogar AMEISEN! – Was allerdings die Anzahl „559“ dabei sagen soll, erschließt sich mir nicht. Ob da Verwechslungen stattgefunden haben? :?:

Als Basis der Einschätzungen werden vielfach Rote Listen angegeben. Doch auch die Einstufung von Arten in Gefährdungskategorien beruht bereits zumeist auf äußerst ungenauen Schätzungen, notgedrungen, und nach oft unterschiedlichen Kriterien in verschiedenen Bundesländern bzw. Staaten.

Dennoch: Man kann nicht oft genug darauf hinweisen, dass dringend etwas geschehen MUSS!

MfG,
Merkur
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Re: Wo sind Igel, Fluginsekten und Schnecken geblieben?

Beitragvon Emse » Donnerstag 27. Oktober 2016, 19:09

Merkur hat geschrieben:Dennoch: Man kann nicht oft genug darauf hinweisen, dass dringend etwas geschehen MUSS!

Gut gemeint, aber das wird nicht mehr reichen, nie und nimmer.

Aus meiner Sicht hat´s sich schon entschieden: Wir brauchen kollektiv auf, was noch da ist, und dann "Gnade uns Gott"!

Resignierte Grüße!
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Re: Wo sind Igel, Fluginsekten und Schnecken geblieben?

Beitragvon Reber » Donnerstag 27. Oktober 2016, 22:55

Lieber Emse,
es ist nicht abzustreiten, die Alarmzeichen sind deutlich und ich will die Situation auf keinen Fall herunterspielen. Dennoch mag ich nicht ganz so schwarz sehen wie du. Im vergangenen Jahrzehnt konnte ich auch ein Umdenken und neue Verhaltensmuster, sowohl in meiner Umgebung, wie auch in meinem Umfeld, erkennen. Und dies auf breiter Basis. Im Kollegenkreis, genauso wie in Vereinen und Verbänden und bei staatlichen Stellen sind Begriffe wie "Biodiversität" und "Artenschutz" keine Fremdwörter mehr - und sie werden nicht mehr belächelt, sondern ernst genommem. Natürlich stehen immer noch wirtschaftliche Interessen im Vordergrund (Wachstum, Gewinn um jeden Preis!), aber offenbar lässt sich Naturschutz zum Teil damit vereinbaren.

Das gilt etwa für Imker und Fischer, die sich "nebenbei" als echte Naturschützer betätigen, aber auch für Bauern und Land- und Gartenbesitzer, die den "grünen Wüsten" abschwören und Blüstreifen stehen lassen. Waldbesitzer lassen Totholz liegen oder lassen "Urwälder" neu wachsen. Flüsse werden renaturiert, auf Friedhöfen und ehemaligen Industriearealen entstehen Natur(schutz)gebiete. Neophyten werden sinnvoll und gezielt bekämpft. Auch grössere Wirbeltiere erobern ihre Lebnsräume zurück - in meiner Stadt gibt es wieder Bieber, Fischotter, Ringelnattern, Kolkraben, Dohlen, Falken, Störche...

Natürlich, das ist jetzt etwas subjektiv und sicher kein Grund zur Entwarnung. Einfach ein Hinweis, dass nicht alles verloren ist, es auch in die andere Richtung gehen kann - wenn sich genug Leute dafür engagieren!
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Re: Wo sind Igel, Fluginsekten und Schnecken geblieben?

Beitragvon Teleutotje » Freitag 28. Oktober 2016, 08:23

Reber,

Almost everybody doesn't care about Nature any more! That they are dependent on it they don't care. All that matters these days is computer, food, their fun and doing what they want (and don't give a damn for all the rest, people included.). Yes, Emse doesn't care about our Nature, he will not change his view because of your answer..... So it will be. Sadly, a lot of others, politicians included, think the same. We see how Nature is dying, but Nobody cares of the next generations. What can we do about that? Nothing........
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Zuletzt geändert von Teleutotje am Freitag 28. Oktober 2016, 10:43, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wo sind Igel, Fluginsekten und Schnecken geblieben?

Beitragvon Emse » Freitag 28. Oktober 2016, 08:33

Teleutotje hat geschrieben:Yes, Emse doesn't care about our Nature, he will not change his view because of your answer..... So it will be.


Okay, jetzt wissen wir es endlich! :D

---
edit / vermutlich hat sich Teleutotje nur verlesen, alles o.k.! ;)
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Re: Wo sind Igel, Fluginsekten und Schnecken geblieben?

Beitragvon Teleutotje » Freitag 28. Oktober 2016, 10:49

Emse hat Ironisch reagiert, ja, aber viele Leute denken so!

My German isn't so good.... Emse said it ironically but many think and act like that for real! So, sorry Emse, I didn't want to insult you but I used your answer to attack a lot of people that don't care for Nature any more!!!
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Re: Wo sind Igel, Fluginsekten und Schnecken geblieben?

Beitragvon FooFighter » Freitag 28. Oktober 2016, 13:43

Reber hat sicherlich teilweise Recht mit seinen Einwänden. Auch bei uns wurden Sangruben entlang der Mosel renaturiert und unter Schutz gestellt und Altärme an Flüssen angelegt. Ich habe aber gegenteilige Erfahrungen gemacht und mache Sie als Jäger und halbwegs kundiger Mensch immer noch. (Übrigens eine Gruppe die beim Naturschutz oft vergessen wird, zugegebenermaßen wegen einigen schwarzen Schafen)

Fall 1:Immer noch ist bei uns in der Gegend der Schwachsinn "Landzusammenlegung" im Gange. Da werden, politisch motiviert, Landeigentümer genötigt Ihr Land zusammenzu legen um immer größere zusammenhängende Flächen zu schaffen. Dieser Schwachsinn ist kein Relikt aus vergangenen Zeiten sondern ganz real. Die Folge: Hecken, Remisen, Gehölzinseln, Obstbäume verschwinden und gigantische Mais- und Rapsfelder entstehen. Nabu, BUND und wie sie alle heißen halten sich großzügig zurück. Mittlerweile werden immerhin Wildwiesen (Saatmischung aus Klee, Sonnenblumen etc.) subventioniert. Aber was nützen die den Insekten wenn auf 100en von Hektar kein Baum mehr steht, geschweige denn eine Hecke. Nicht erwähnenswert, dass Insekten ja noch relativ weit vorne in der Nahrungskette kommen.

Fall 2: Der dümmste Bauer hat die dicksten Kartoffeln ? Ja, denn Düngemittel, Herbizide, Insektizide, Fungizide können immer noch in gigantischen Mengen auf die Felder geschmissen werden (Grenzwerte sind nicht vorhanden, zu niedrig oder werden einfach ignoriert). Mit ABSEHBAREN Folgen für Flora und Fauna. Statt verminderten Einsatz von diesen Mitteln zu fördern, wird immer noch der Biogas-Boom subventioniert. Mittlerweile gibt es Bauern die falsche Fruchtfolgen mit diesen Mittel wieder "ausbügeln".

In Deutschland sind wir mittlerweile soweit, dass selbst Tiere mit Lobby es sehr schwer haben. Windräder werden genehmigt, obwohl im Brutgebiet vom Rotmilan (Ba-Wü mit grüner Landesregierung) oder in Vogelschutzgebieten (Meck-Pom). Von so "lästigen" Viechern wie Insekten ganz zu schweigen. Wenn ich wüsste wie man sich vernünftig gegen solchen Schwachsinn einsetzen könnte...aber wie schon beschrieben fallen da Naturschutzverbände+Grüne weg. Ich bin da mittlerweile, wie Emse, der Resignation nahe. Vor allem wenn man sieht, dass wie so oft der Fisch vom Kopf anfängt zu stinken. Nicht auszudenken, was Menschen mit dem nötigen Sachverstand an den richtigen Stellen anrichten könnten.

LG

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Re: Wo sind Igel, Fluginsekten und Schnecken geblieben?

Beitragvon Reber » Freitag 28. Oktober 2016, 17:19

Ich könnte mir vorstellen, dass es starke regionale Unterschiede gibt...

Zu Colos Frage in der Bewertung: Ich habe die wilden Bieber noch nie von nahem gesehen. Ihre Spuren aber sind allgegenwärtig.
Bieberspuren in Bern.JPG
Bieberspuren mitten in der Stadt
Und Leute, die regelmässig der Aare entlang gehen (Jogger, Hundebesitzer), berichten immer wieder von Sichtungen. Die Standorte der Dämme sind bekannt (lege mich dann mal für euch auf die Lauer). Noch ist der Bieber nicht häufig genug, dass Beobachtungen keine Meldung wert wären. Aber aktuell sind auf Stadtgebiet acht Reviere besetzt. Der Fischotter ist deutlich seltener. In der Aare zwischen Thun und Bern konnte nun aber eine wildlebende Familie mit Jungtieren entdeckt werden...
Fischotter.JPG
Fischotter macht ein Nickerchen an der Aare (im Zoo-Gehege)
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Re: Wo sind Igel, Fluginsekten und Schnecken geblieben?

Beitragvon Emse » Freitag 28. Oktober 2016, 19:55

Emse hat geschrieben:
Merkur hat geschrieben:Dennoch: Man kann nicht oft genug darauf hinweisen, dass dringend etwas geschehen MUSS!

Gut gemeint, aber das wird nicht mehr reichen, nie und nimmer.

Aus meiner Sicht hat´s sich schon entschieden: Wir brauchen kollektiv auf, was noch da ist, und dann "Gnade uns Gott"!

Resignierte Grüße!


Nachtrag: Der obige Beitrag war keinesfalls ironisch gemeint, sondern war (und ist) mir bitter-ernst.
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Danke an Reber für die "frohen Botschaften"! (Ohne Ironie!)
In Wohlstandsgesellschaften sind in Sachen Umweltschutz derlei "Vorzeige-Projekte" durchaus machbar! Bevorzugt finden diese Projekte auf regionaler Ebene statt, die Akteure sind i.d.R. gut miteinander bekannt und vernetzt.

Das macht immer wieder mal Hoffnung und muntert auf! :)

Mehr aber leider auch nicht! :(
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Re: Wo sind Igel, Fluginsekten und Schnecken geblieben?

Beitragvon Radiergummi » Samstag 29. Oktober 2016, 16:51

Igel gesichtet!
29.10.2016: Wie immer: Wien, Simmering. Der arme hätte es fast in einen Öko Garten geschafft.

DSCN7891.JPG
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Re: Wo sind Igel, Fluginsekten und Schnecken geblieben?

Beitragvon Colophonius » Montag 7. November 2016, 19:18

Passend dazu aus dem Postillon.

Der Firmengründer will den jungen Mann um Verständnis bitten und zu einem kostengünstigeren Erlebnis wie "Igel-Crashen mit dem Golf II" oder "Nüsse-Crashen mit dem Nussknacker" überreden.


DA sind also all die Igel bekommen. Und das erklärt auch, warum im Supermarkt die Haselnüsse ausverkauft waren.
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Re: Wo sind Igel, Fluginsekten und Schnecken geblieben?

Beitragvon Reber » Samstag 26. November 2016, 14:10

Dieser Artikel aus dem Spektrum der Wissenschaft beschäftigt sich ebenfalls mit dem Thema des Threads und einem der grössten Problem:

Das Verschwinden Wirbelloser geschieht auch deshalb unbemerkt, weil sich in den meisten Fällen nur sehr wenige Experten mit den jeweiligen Insektengruppen beschäftigen: In vielen Regionen und bei einigen Kerbtierformen ist die Zahl der Forscher sogar gleich null. Obwohl laut Roter Liste der IUCN bislang rund 18 000 Wirbellosenarten vom Aussterben bedroht sind, liegen bei fast einem Drittel unzureichende Daten vor. Bei vielen Spezies fehlt seit ihrer Erstbeschreibung jegliche weitere Dokumentation, und wir haben keinerlei Ahnung, ob diese Spezies überhaupt noch existieren.


Noch einen Nachtrag zum Biber: Bisher habe ich leider keinen Biber vor die Linse gekriegt. Obwohl die Tiere keine Winterruhe machen, sind sie nur Nachts Aktiv, was das Fotografieren erschwert. Da die Stadt viele Bäume in Wassernähe schützen will und es an manchen Stellen am Fluss kaum Weiden oder andere Weichhölzer gibt, wird der Bieberfamilie die sich im "Marzili" - in einem abgesperrten Teil des Freibades - eingerichtet hat, extra ein "Futterfloss" zur Verfügung gestellt, das auch rege genutzt wird:
Futterfloss.JPG
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Re: Wo sind Igel, Fluginsekten und Schnecken geblieben?

Beitragvon LynnLectis » Montag 28. November 2016, 17:45

Bei uns im Garten gab es mehrmalig Fledermäuse zu beobachten (Spätsommer/Herbst), ebenso einen Igel, dem ich mich auf Armlänge näherte und den ich auch fotografierte. Allerdings finde ich das Foto nicht mehr, wurde wohl versehentlich gelöscht oder anderweitig eingeordnet durch einen eiligen Handytausch mit einem Familienmitglied. Der Igel rollte sich jedenfalls nicht ein, sondern wirkte geradezu handzahm. Er wirkte relativ jung und stank nicht wie der Igel, den ich ein andermal auf dem Feld antraf.

Unser Haus liegt wahrscheinlich unmittelbar auf einer Fledermausroute direkt zur Aarburg, der zweitgrößten Burgfestung in der Schweiz, wo es sogar Fledermausführungen in die Fledermausgewölbe gibt. Meine Mutter ging als Jugendliche in ein burgähnliches Internat, wo sie als Schülerin sozusagen mit den Fledermäusen aufwuchs, die lebten innerhalb der Schule an den Wänden, während die Schüler unter ihnen durch spazierten. So ähnlich ist es auch in der Aarburgfestung, wo eine soziale Einrichtung für Jugendliche eingerichtet wurde. Wer weiß, ob sich daraus Fledermausexperten generieren lassen, jedenfalls eine interessante Kombi. Meiner Mutter hat´s jedenfalls nicht geschadet, sie ist und bleibt eine emsige Frohnatur. :)

PS: Hier ein Bericht über die Fledermausführung in Aarburg/Kanton Aargau (Nähe Bahnzentrum Olten/Kanton Solothurn, wohin fast jede Durchfahrt der Schweiz führt): http://nva-aarburg.ch/bilder/exkursionsfuehrer.pdf :)
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Re: Wo sind Igel, Fluginsekten und Schnecken geblieben?

Beitragvon Reber » Freitag 17. Februar 2017, 08:54

Ein kritischer Rückblick des Infosperbers auf die Umsetzung von Naturschutzmassnahmen in der Schweiz zeichnet ein düsteres Bild: Es geht nur sehr langsam und halbherzig voran:

Der Schlendrian, der die Natur hierzulande verschwinden lässt, hat System. Das belegt eine Chronik der Kämpfe für den Schutz der Lebensräume, die in der Schweiz am stärksten gefährdet sind: Gewässer und Feuchtgebiete. Berücksichtigt sind hier nur die gröbsten Pflöcke der nationalen Politik, denn die Geschichte des zähen Ringens würde Bücher füllen.


http://www.infosperber.ch/Artikel/Umwel ... diversitat
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Re: Wo sind Igel, Fluginsekten und Schnecken geblieben?

Beitragvon swagman » Freitag 17. Februar 2017, 21:45

Weber hat geschrieben: Es geht nur sehr langsam und halbherzig voran

Das lässt sich wohl für alle Projekte sagen, bei welchen verschiedene Interessent aufeinander treffen. Und nicht nur für die Schweiz.

Naturschutz? Menschenschutz? Was ist wichtiger, wer hat Vorrang?
Entscheidungen zu Umgehungsstraßen die seit Jahrzehnten nicht vorankommen, auch zum Beispiel aus Naturschutzgründen. Die Bewohner vieler Gemeinden ersticken am Abgas und nichts passiert wegen einiger Vögel, Echsen oder Amphibien. Aus deren Sicht ein Unding, dass Naturschutz vor Menschenschutz kommt.
Aber ist es nicht ein selbst gemachtes Problem? Letztlich machen wir uns selbst kaputt. So oder so.

Hier wird Natur zerstört:
http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Freistaat-darf-auf-wertvoller-Heide-bauen-id39362767.html

Und hier ein positives Beispiel, auch wenn es dank Interessenkonflikten etwas langsam vorangeht:
http://www.augsburg.de/umwelt-soziales/umwelt/umweltschutz/wertach-vital/
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Re: Wo sind Igel, Fluginsekten und Schnecken geblieben?

Beitragvon Reber » Samstag 18. Februar 2017, 11:04

Hallo swagman,

danke für den Beitrag! Wenn du die Frage stellst, was hat Vorrang? Menschen- oder Naturschutz, lässt sich diese aus meiner Sicht recht klar beantworten. Natürlich geht das Wohl der Menschen vor, aber muss kein Widerspruch zum Naturschutz sein. Der Mensch brauch die intakte Natur als Lebensgrundlage!
Also, wo Menschen direkt vor Umweltgefahren wie Überschwemmungen, Abgasen etc. geschützt werden müssen, soll man das auch tun. Wie man das tut? Mag schon sein, dass es hier an gewissen Stellen Verbauungen und technische Massnahmen braucht. Aber gerade Renaturierungsprojekte, mit Zonen wo die Flüsse Platz haben, zeigen dass diese auch Siedlungsgebiete vor Überschwemmungen schützen. Städte können Verkehrsberuhigende Massnahmen und gute ÖV-Angebote bereitstellen, im Notfall können Ersatzbiotope und Umsiedlungen erfolgreich durchgeführt werden.
Längst kann man an sinnvollen Stellen verdichtet und „grün“ bauen, Naturschutz- und Schongebiete/ Streifen einrichten, Biotope bewahren und schaffen, der Natur im Siedlungsraum Platz lassen ect. pp. Aber es kostet halt, verunmöglicht vielleicht ein Geschäft.

Der grosse Gegensatz heisst zur Zeit nicht Mensch vs Natur, sondern kurzfristige Profite, gegen beide!
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Re: Wo sind Igel, Fluginsekten und Schnecken geblieben?

Beitragvon swagman » Samstag 18. Februar 2017, 12:40

Reber hat geschrieben:Der grosse Gegensatz heisst zur Zeit nicht Mensch vs Natur, sondern kurzfristige Profite, gegen beide!

Das trifft es wohl am besten!

Natürlich hat Menschenschutz Vorrang, die Frage stellt sich hoffentlich nicht.
Dennoch gibt es selbst da erhebliche Verzögerungen, da zu viele mitbestimmen und jeder nur seine Interessen (Geld) durchsetzen möchte.
Ob Naturschutzmassnahmen da jetzt erheblich langsamer umgesetzt werden als andere Projekte?
Ich persönlich denke, dass es grundsätzlich viel zu langsam vorangeht, egal bei was.
Kommunen, Länder, Bund, alle brauchen entsetzlich lange bis man sich endlich geeinigt hat. Nur um anschließend nicht selten festzustellen, dass sich die Gesetze zwischenzeitlich geändert haben und man wieder von vorne anfangen muss.

Man wird nur das Gefühl nicht los, dass es für manche Tier- und Pflanzenarten dann schon zu spät ist.
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Re: Wo sind Igel, Fluginsekten und Schnecken geblieben?

Beitragvon LynnLectis » Freitag 24. Februar 2017, 21:17

Was mir auffiel, ist die Rolle der Naturschutz-Organisationen. Ohne sie würde weitaus weniger laufen. Also wäre es wichtig, diese zu stärken. Ich wusste, dass sie relativ viel machen, aber dass sie gleich so entscheidend mitwirken und ohne sie fast gar nichts läuft, schockiert mich nun schon etwas. :?:
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Re: Wo sind Igel, Fluginsekten und Schnecken geblieben?

Beitragvon swagman » Dienstag 7. März 2017, 21:18

Bald schon wird es wieder wärmer und schon droht eine neue Gefahr für Igel.
Denn bei warmen Wetter wächst auch der Rasen wieder und muss gemäht werden. Nur übernimmt dies immer häufiger ein Roboter. Doch die zerhacken nicht nur Gras.

http://www.br.de/nachrichten/igel-rasenmaeher-roboter-100.html
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