Rätsel-Thread

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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon Steffen Kraus » Freitag 3. Januar 2020, 20:33

Hallo,
sechs Beine, also keine Spinne.
Ich tippe mal auf eine Schlupfwespe der Gattung Gelis oder eine tropische Krummfühlerwanze!
Bin auf die Lösung gespannt!
Gruß, Steffen
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon Merkur » Freitag 3. Januar 2020, 20:43

Gelöst!
Sir Joe hat es auf Anhieb erkannt, ein Käfer, und aufgrund der sehr charakteristischen Fühler ein Bockkäfer, Fam. Cerambycidae!
Auf das Bild traf ich zufällig, als ich im AntWiki versucht habe, meine Leptomyrmex cf erythrocephalus aus Australien zu identifizieren. viewtopic.php?f=50&t=79&p=18610#p18597
Ein echt umwerfendes Beispiel für Mimikry!
(Wo er seine Flügel gelassen hat, kann ich auch nicht erkennen, aber es kann ja keine Larve sein). Ergänzung: Bei einer weiteren Art heißt es, dass die Elytren (Deckflügel) fast das ganze Abdomen bedecken und in der Mitte durch eine Verbindungsstruktur zusammengehalten werden.
Faszinierend die Ähnlichkeit der Köpfe und Augen!
Danke fürs Mitraten!

MfG,
Merkur
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon Merkur » Montag 20. Januar 2020, 17:41

Rätsel

Wir waren ja für ein paar Tage auf Lanzarote. Die Insel ist bekanntlich sehr trocken und vielerorts ist nur dürftige Vegetation anzutreffen.
Natürlich habe ich ein paar Steine gedreht, aber entsprechend der Erwartung kaum Ameisen gefunden. Dabei hatte es ca. 18°C.

Doch vielfach sah man an der Unterseite bzw. an nordexponierten Flächen solche festsitzenden Gebilde, hier rechts an einem Lavabrocken,
der links von einer Krustenflechte überzogenen ist. Die rundlichen Dinger haben etwa 1 cm Durchmesser.

Rätsel_2323.jpg
???
Was könnte das sein?
MfG,
Merkur
  • 3

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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon Emse » Dienstag 21. Januar 2020, 18:37

Habe zuerst an Seepocken gedacht, genauer an die Reste ihrer Behausung.
Mich wundert aber, dass die Kalkschalenwände nach oben hin leicht auseinanderlaufen.
Bei Seepocken müßten sie aber eigentlich doch (kegelförmig) aufeinander zulaufen:

Seepocke_fg02.jpg
Bildquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Seepocken

:?:

edit: Egal, man muss auch mal was riskieren! Ich bleibe bei Seepocken! :D
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon Steffen Kraus » Dienstag 21. Januar 2020, 18:55

Hallo,
ich tippe mal auf Salz, nach verdunsten von kondensierten Wassertropfen!
Bin gespannt!
Gruß, Steffen
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon Sir Joe » Mittwoch 22. Januar 2020, 12:33

Irgendwie glaube ich, das könnten Brutkammern oder Kokons sein, welche vorher, als der Stein noch anders herum lag, verschlossen waren.

Außerdem gut vorstellen könnte ich mir noch, dass die runden Gebilde eine Art Epiphragma sind, wie man es von Schnecken kennt die sich davor schützen auszutrocknen.

Ich bin ebenfalls gespannt :?:
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon Bielefant » Mittwoch 22. Januar 2020, 14:14

Ich finde auch, das Material sieht mehr nach Papier als nach Kalk aus. Mein Raten geht auch in Richtung Schnecken, die z.T. 2x am selben Platz gesessen haben.
Aber ich habe so etwas noch nie gesehen und kann es mir nicht erklären. :?: :?: . Bin gespannt!
  • 1

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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon Trailandstreet » Mittwoch 22. Januar 2020, 15:21

Ich würde ja auf die Überbleibsel abgestorbener Seepocken oder dergleichen tippen
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon Merkur » Mittwoch 22. Januar 2020, 16:13

Auflösung:

Die Seepocken passen leider nicht, und auch Salzkrusten sind es nicht. Bielefant kommt der Sache am nächsten, und auch Sir Joe ist nahe dran:
Landschnecken (Helicella, Zebrina, Helix) heften sich auch bei uns mit eingetrocknetem Schleim an Felsen, Baumstämmen oder Pflanzen an, gerne
ein Stück über dem Boden, wenn das Wetter heiß und trocken ist. Bei günstigerer Witterung lösen sie sich wieder ab. Das Verhalten konnten wir auf
Lanzarote beobachten. Doch das Bild zeigt noch etwas mehr: Es sind hier offenbar Reste der Schalenmündung zu sehen. Und das bedeutet wohl,
dass sie die Anheftungsstelle nicht „freiwillig“ verlassen haben (s. letztes Bild).

1-Rätsel-Lös.-Theba_2323.jpg
Direkt neben dem Ausschnitt im Rätselbild sitzt eine lebende Schnecke an.
Es sollte sich um die auf den Kanaren verbreitete Theba geminata oder T. impugnata handeln, auf jeden Fall Helicidae.
Diese Landschnecken sehen unseren Schnirkelschnecken (Cepaea spp.) ähnlich. Sie sind auf den trockenen, sehr spärlich bewachsenen
Gegenden in den Berglagen (hier auf ca. 500m bei der Eremitá de los Niéves) sehr häufig).

2-Theba-unt.-Obstkiste_2309.jpg
Ansammlung der hübsch gemusterten Schnecken unter einer alten Obstkiste. Hier sind auch Stellen zu erkennen,
wo die Schnecken sich wohl selbst abgelöst haben.
3-Theba-im-Gestrüpp_2304.jpg
Auch im Gestrüpp heften sie sich an...
4-Theba-im-Gestrüpp_2306.jpg
… in oft großer Zahl.
5-Theba, Messer_2305.jpg
Am Boden sieht man große Ansammlungen leerer, zum Teil ausgebleichter Schalen.
6-Theba u. Rumina_2310.jpg
"Drosselschmiede"?
Hier unterhalb eines Mäuerchens aus groben Lavabrocken aber sind die Schalen fast alle zerbrochen: Ich nehme an, dass ein Vogel die lebenden Schnecken
abpflückt und hier an Steinen aufschlägt, ähnlich wie das bei uns die Singdrossel macht (an sog. „Drosselschmieden“). Das könnte die Schalenreste
im Rätselbild erklären. - Die drei turmförmigen Gehäuse habe ich von nebenan dazu gelegt. Sie gehören zu der im Mittelmeerraum häufigen Stumpfschnecke
(Rumina decollata). Ihre Schalenspitze wird abgeworfen und das Loch von innen verschlossen. Als Nahrung dienen ihr u.a. die Eigelege anderer Schnecken.
Die Häufigkeit solcher Schnecken hat mich wirklich überrascht.
Danke allen, die mitgeraten haben!
MfG,
Merkur
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