Diskussion zu Formica fusca - Maddio's Haltungserfahrungen

Re: Diskussion zu Formica fusca - Maddio's Haltungserfahrung

Beitragvon hormigas » Donnerstag 6. Oktober 2016, 21:45

Hey Maddio,
Danke für deinen schönen und anschaulichen Bericht!
Aber dass du die Ameisensäure bei einer doch noch beschaulichen Kolonie wahrnimmt - wundert mich schon sehr.
Wie riecht das eigentlich?
Liebe Grüße
hormigas
  • 1

hormigas
 

Re: Diskussion zu Formica fusca - Maddio's Haltungserfahrung

Beitragvon blackbird1 » Freitag 7. Oktober 2016, 08:19

hormigas hat geschrieben:Hey Maddio,
Danke für deinen schönen und anschaulichen Bericht!
Aber dass du die Ameisensäure bei einer doch noch beschaulichen Kolonie wahrnimmt - wundert mich schon sehr.
Wie riecht das eigentlich?
Liebe Grüße
hormigas



Mein Opa war mit mir als ich noch sehr klein war immer bei den großen Ameisenhaufen im Wald hat dort dann drauf gespuckt ( ja eklig...) und wir haben dann die Hände Flach knapp über den Haufen gehalten , die Hände haben danach gerochen wie sehr starker vergammelter Essig.
  • 2

blackbird1
Mitglied
 
Beiträge: 19
Registriert: Donnerstag 22. September 2016, 11:23
Bewertung: 39

Re: Diskussion zu Formica fusca - Maddio's Haltungserfahrung

Beitragvon Trailandstreet » Freitag 7. Oktober 2016, 09:17

Ich hab bei einem kleinen, selbst verursachten Ausbruch, die Formica wieder mit dem Exhaustor eingesammelt, waren ja nur ca 20-30 Stück.
Inhaliert ist es noch viel schlimmer!
  • 1

Benutzeravatar
Trailandstreet
Mitglied
 
Beiträge: 1136
Registriert: Mittwoch 9. April 2014, 21:02
Wohnort: Ho'mbua
Bewertung: 1622

Re: Diskussion zu Formica fusca - Maddio's Haltungserfahrung

Beitragvon Merkur » Freitag 7. Oktober 2016, 11:21

"Inhalieren" sollte man die angesaugte Luft möglichst garnicht! Schon wegen Staub und der häufig vorhandenen Pilzsporen (Schimmel).
Den Exhaustor bediene ich grundsätzlich nur mit der Mundhöhle, so wie man mit einem Strohhalm Cola aufsaugt: Das soll ja auch nicht
in die Lunge geraten (hust-hust ;) ).

MfG,
Merkur
  • 2

Suum cuique
Benutzeravatar
Merkur
Beirat
 
Beiträge: 2717
Registriert: Sonntag 6. April 2014, 07:52
Wohnort: Reinheim
Bewertung: 7678

Re: Diskussion zu Formica fusca - Maddio's Haltungserfahrung

Beitragvon Maddio » Freitag 7. Oktober 2016, 15:42

Hallo und vielen Dank für die zahlreiche Beteiligung, freut mich dass der Bericht weiterhin gut ankommt!!

hormigas hat geschrieben:Hey Maddio,
Danke für deinen schönen und anschaulichen Bericht!
Aber dass du die Ameisensäure bei einer doch noch beschaulichen Kolonie wahrnimmt - wundert mich schon sehr.
Wie riecht das eigentlich?
Liebe Grüße
hormigas


Es wundert mich insofern auch, als dass es bei anderen Haltern keine Berichte dazu gibt. Mein Eindruck ist aber, dass es generell nicht so viele Berichte von Formica fusca gibt, in denen die Kolonie über die Gründungsphase hinaus gehalten wurde.

Dass meine Kolonie einen starken Geruch entwickelt, können Bekannte und Verwandte bestätigen. Beim Abheben des Deckels ist der Geruch stets wahrnehmbar und auch recht intensiv. Wenn das Zimmer einige Stunden nicht gelüftet wurde, kann man den Geruch beim Betreten des Zimmers wahrnehmen. Das Zimmer ist ca. 20 qm groß.

Ich habe verschiedene Versuche gemacht, um heraus zu finden, ob die Ameisensäure nur bei Aufregung bzw. Alarmierung freigesetzt wird. Um dieses Verhalten auszulösen, braucht es bei Formica fusca nicht viel, und in der ganzen Anlage rennen Ameisen wild umher. Im Gegensatz zu vielen anderen Arten kann sich die Aufregung auch schnell auf die Individuen, die im dunklen Nest sitzen, übertragen, so dass diese hinaus stürmen. Halt das typische Fluchtverhalten der Serviformicas. Von daher dachte ich, dass die Ameisensäure bei diesen Gelegenheiten freigesetzt wird und sich im Becken sammelt.

Das kann ich aber nicht bestätigen. Bei einem Versuch habe ich das Becken gut auslüften lassen und den Deckel anschließend so vorsichtig wie möglich aufgelegt, um keine Alarmierung auszulösen. Dann bin ich für einige Tage verreist, und als ich wiedergekommen bin war der Geruch nach Ameisensäure im Zimmer (Fenster waren geschlossen) überwältigend, anders kann ich es nicht beschreiben.

Was Xeras in diesem Diskussionsfaden bereits angesprochen hat, eine mögliche Erklärung könnte es sein, dass sie die Ameisensäure als Eigenbehandlung aufgrund des Milbenbefalls einsetzen. Ich habe hier zu etwas gefunden:

Bleibt noch zu fragen, was ein Imker mit Ameisensäure macht
Die Substanz hat nicht nur eine stark bakterizide Wirkung, die sie und ihre Salze zu einem hochgeschätzten Konservierungsmittel macht. Ameisensäure wirkt auch gegen Milben - vor allem gegen die Varroa-Milbe. Geben Sie einmal in die Google-Suchmaschine die beiden Worte Imker Ameisensäure ein. Sie werden staunen, dass sich vor allem Öko-Imker rühmen, nicht mit chemischen Stoffen, sondern mit 60%iger Ameisensäure gegen die Milbe vorzugehen. Hier ein Beispiel:

Expertenrat->Essen und Geniessen->Öko-Imker
... Chemische Behandlungsmittel sind für Öko-Imker tabu. Organische Säuren (z. B. Ameisensäure) sind die ökologischen Alternativen zur Behandlung der Varroamilbe...

Dagegen wäre ja auch nichts zu sagen - aber angesichts der Unfallmeldung oben klingt das mit dem Öko schon ein bisschen wie Hohn. Andere Imker nehmen übrigens statt dessen Oxalsäure. Die ist als Xn-Stoff auch nicht besonders gesund!


http://www.chemieunterricht.de/dc2/tip/06_05.htm

Unter dem Link gibt es noch weitere Erklärungen in Kombination mit Versuchsaufbauten zur Ameisensäure, durchaus lesenswert.

Vielleicht ist der Milbenbefall eine Erklärung für die erhöhte Ameisensäure-Produktion bei meiner Kolonie. Andererseits, wie blackbird1 schreibt, weiß jeder der schon mal die Hand dicht über einen Ameisenhaufen unserer Formica s. str. gehalten hat, wie viel Säure diese versprühen können, und damit auch in sich tragen. Die Formica fusca sind zwar keine Formica s. str., aber ich glaube sie können ähnlich große Mengen Ameisensäure produzieren; bei meiner Kolonie sind diese Saison sehr viele, größere Tiere hinzugekommen, die sondern vlt auch noch mal mehr ab.

Bei regelmäßigem Lüften des Zimmers ist die Geruchentwicklung zu vernachlässigen, aber es gibt auch Leute die mir schon geraten haben die Kolonie wegen des Geruchs abzugeben/abzutöten, weil sie den Geruch als derart unangenehm und aufdringlich empfunden haben.

Damit wäre ich dann nach einigen Ausschweifungen auch bei der eigentlichen Frage angekommen: Wie riecht Ameisensäure? Ich persönlich finde sie riecht unverwechselbar. Essig geht schon in eine ähnliche Richtung, aber ich finde es gibt einen deutlichen Unterschied. Da ich Ameisen mag, habe ich positive Assoziationen wenn ich den Geruch von Ameisensäure wahrnehme. Essig hingegen finde ich unangenehm :D.

Das wird bei jedem anders sein, ich empfehle jedem sich selbst einmal vorsichtig (!nicht das Nest zerstören!) einem Ameisenhaufen zu nähern, und dann mit der ausgestreckten flachen Handinnenfläche wenige cm über dem Substrat und den Bewohnern durch die Luft zu streichen. Die Waldameisen sehen die Hand und eröffnen das Feuer, es gibt keinen Grund das Substrat oder die Tiere zu berühren (oder zu bespucken ;)). Man spürt meist wie die Hand langsam etwas nass wird. Anschließend kann man die Hand zum Gesicht führen, wobei man zunächst den Abstand groß wählen sollte, der Geruch kann extrem stark sein und sogar die Augen etwas reizen, je nachdem wie viel Ameisensäure sich noch auf der Hand befindet.

Und genauso riecht es dann im Becken/Zimmer, nur dass es dann etwas "abgestanden" bzw. nicht mehr ganz so frisch riecht.

LG Maddio
  • 2

Maddio
 

Vorherige

Zurück zu Diskussionen zu den Haltungsberichten und Beobachtungen

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste

Reputation System ©'