Solenopsis fugax - Diskussion - Reber

Solenopsis fugax - Diskussion - Reber

Beitragvon Boro » Mittwoch 22. Februar 2017, 08:09

Hallo Reber!
Entsprechend meinen Beobachtungen im Freien, bewegen sich die Gynen recht langsam und wirken manchmal etwas "ungeschickt"; schon aus diesem Grund würde ich einen griffigen Untergrund statt der Glaswand empfehlen. Das häufige Umkippen wirkt schon optisch nicht gut und das anschließende Aufrichten verbraucht jedes Mal Energie.
Die Art ist sehr interessant, bei uns ist sie häufig. Ich bin nicht gerade ihr Fan, vor allem im Nahbereich seltener Arten, kann sie für diese gefährlich werden. Bei mir wurden schon vor etlichen Jahren Pyramica argiola und zuletzt Camponotus piceus geschädigt. Ihre Gefährlichkeit für volksarme Nachbarn wird unterschätzt. Hier gibts einen interessanten Artikel zur Haltung in einem Formicarium: HÖLLDOBLER K. (1965): Neue Mitteilungen über die Diebsameise (Solenopsis fugax LATR.), besonders über ihr Verhalten in Formicarien. – Mitteilungen der Schweizerischen Entomologischen Gesellschaft 38 (1/2): 71–79.
L.G.
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Boro
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Re: Solenopsis fugax - Haltungserfahrungen

Beitragvon Reber » Mittwoch 22. Februar 2017, 08:57

Hallo Boro,
danke für die Hinweise! Da hast du sicher recht, ich bereite ein Gipsnest vor und schliesse es an das RG an. Dann kann die Gründerin selber umziehen, wenn ihr danach ist. Ansonsten werde ich so wenig wie möglich stören - und wenn, vorsichtiger als üblich. Die Königin wird mich ihrerseits für einen recht ungeschicken Halter halten. :D Ich hoffe, sie kommt trotzdem noch durch...

Die Art ist auch bei uns verbreitet, das merkt man vorallem, wenn es zu Schwarmflügen kommt, dann sieht man mancherorts alle 10 m eine kleine Säule in die Luft steigen. Ich persönlich kenne nur Standorte neben Lasius niger, habe aber nie intensiv nachgesehen. Wenn man sieht, wie gross die Kolonien z.T. werden, möchte man sie auch lieber nicht neben einer seltenen Art finden. Jetzt bin ich jedenfalls gespannt, was mit ihr wird.
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Re: Solenopsis fugax - Diskussion - Reber

Beitragvon Boro » Donnerstag 29. Juni 2017, 21:02

Schön, dass doch etwas weitergeht! Bei uns ist die Art auch häufig und bin auch nicht unbedingt ein Freund ihrer "Umtriebe"! So sehr sich tatsächlich ihre Königinnen etwas tollpatschig verhalten, sind dann die Arbeiterinnen später - zwar nicht schnell, aber gefährlich. Jedem an Ameisen Interessierten wird es wohl schon so ergangen sein, dass man bem Umdrehen mancher Steine ein Nest erwartet und dann mitunter zwei Nestpopulationen ungewollt durcheinander bringt: Die kleinen Diebe und ihre Wirtsameisen. Die Wehrhaftigkeit der Kleinen ist beachtlich und vor allem in der Masse können sie so gut wie jeden Gegner besiegen: Die großen Arten, wie etwa Camponotus vagus sehen die Kleinen offensichtlich nicht und spüren dann an allen Ecken die Stiche, kleinere Arten ergreifen recht schnell die Flucht, z. B. Serviformica-Arten. Beobachtungen haben aber gezeigt, dass z. B. Lasius niger recht lange Widerstand leisten können; das wundert niemanden, nicht umsonst ist dies die erfolgreichste Art in Mitteleuropa und steht in der Dominanzhierarchie weit oben. Eine - ebenfalls sehr kleine Ameisenart - kann aber mit Solenopsis sehr gut umgehen, mein Sohn hat das anlässlich einer Exkursion in Burgenland/Österr. beobachtet:
Plagiolepis vindobonensis macht es ähnlich wie die Geggner: an der Hinterleibsspitze tritt ein Tröpfchen Gift aus und dieses wird "im Vorbeigehen" am Gegner abgestreift. Für diese Vorgangsweise muss man den Gegner nicht fixieren oder den Hinterleib krümmen und Ameisensäure verspritzen (ich vermute, dass Plagiolepis dazu gar nicht fähig ist). Die Wirkung des Giftes hat eine sofort lähmende Wirkung auf den Betroffenen. Wir waren alle sehr erstaunt, ich glaube, dass dieses Verhalten dieser winzigen Ameisen bisher kaum bekannt war. Das geht so weit, dass Plagiolepis angreift und Solenopsis sich zurückzieht, Sohn Roman hat es in Fotos festgehalten: http://www.ameisenportal.eu/viewtopic.p ... rge#p12298
L.G.
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