Formica sanguinea - Diskussion

Formica sanguinea - Diskussion

Beitragvon Kati » Donnerstag 1. Mai 2014, 12:24

Hier kann über meinen Haltungsbericht diskutiert werden.

Ich bitte um Kritik, positiv wie negativ, wie auch Anmerkungen und Korrekturen.

Danke!
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Re: Formica sanguinea - Diskussion

Beitragvon Moriquendi » Freitag 2. Mai 2014, 00:57

Hallo Kati,

schön wieder etwas von dir zu lesen!
Ich freue mich, dass du zufälligerweise über Formica sanguinea schreibst, da ich momentan auch auf der Suche nach einer Kolonie dieser Art bin und daher deinen Bericht spannend verfolgen werde.
Vielen Erfolg mit den Kleinen!

LG Mori
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per aspera ad astra
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Re: Formica sanguinea - Diskussion

Beitragvon Kati » Freitag 2. Mai 2014, 09:51

Das freut mich! Ja, das noch recht leere Forum hat mich motiviert mitzuhelfen es ein wenig zu füllen. Ich werde mir Mühe geben, ihn möglichst regelmäßig zu aktualisieren.

Danke, dir auch bei der Suche nach einer Kolonie.

LG
Kati
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Re: Formica sanguinea - Diskussion

Beitragvon Boro » Freitag 2. Mai 2014, 14:55

Hallo Kati!
Ich finde, du hast hier einen schönen Haltungsbericht begonnen: Übersichtlich aufgebaut, eine klare Sprache u. gute Rechtschreibung! Kurz gesagt: Gefällt mir (u. sicher auch anderen) sehr gut!
L.G.Boro
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Re: Formica sanguinea - Diskussion

Beitragvon Kati » Freitag 2. Mai 2014, 15:13

Vielen Dank!

Ich freu mich wirklich sehr, dass der Bericht Anklang findet.

LG Kati
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Re: Formica sanguinea - Diskussion

Beitragvon Krabbeltierfan » Samstag 14. Juni 2014, 13:59

Hey Kati,

ein wirklich schöner Bericht!
Gerade musste ich etwas schmunzeln, da ich selbst Erfahrungen mit einer großen Kolonie Formica sanguinea habe: Das dritte Problem bei Abwesenheit, welches aus den beiden von dir genannten Resultiert. Eine große Kolonie rennt dir die Bude ein! Ich freue mich auf den Werdegang deiner Racker, der Nesthügel muss schließlich noch größer werden!

Grüße
Krabbel

Zudem wurde der Link zum Diskussionsthread repariert.
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Re: Formica sanguinea - Diskussion

Beitragvon Kati » Samstag 14. Juni 2014, 15:26

Hallo Krabbel,

danke für das Lob. Freut mich, dass er dir gefällt. Und danke für die Link-Reparatur.

Krabbeltierfan hat geschrieben:Das dritte Problem bei Abwesenheit, welches aus den beiden von dir genannten Resultiert. Eine große Kolonie rennt dir die Bude ein!


Na, das passiert bei meinen zum Glück noch nicht! Wie groß ist deine Kolonie denn?

Liebe Grüße
Kati
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Re: Formica sanguinea - Diskussion

Beitragvon Krabbeltierfan » Samstag 14. Juni 2014, 15:51

Hey,

meine Kolonie ging nachher auf jeden Fall über die 1000er Marke, sollte die 2000 vielleicht zur Hälfte geschafft haben. Aber dann zählt man irgendwann nicht mehr!
Ich habe diese Kolonie jedoch vor ein paar Monaten abgegeben, nun ist jemand anderes stolzer Besitzer. (Da muss ich mal wieder Fragen, ob es ihnen gut geht.)

Mein Studentenzimmer war doch leicht überfordert ;)
Zumindest pflegt eine solche Kolonie dann plötzlich so viel Brut, dass kann einen schon überraschen.

Grüße
Krabbel
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Re: Formica sanguinea - Diskussion

Beitragvon Xeras » Dienstag 5. August 2014, 23:56

Hey Kati ,

super Bericht , liest sich wie ein spannendes Buch :)

Krabbel , deinen kleinen geht es soweit gut. Hatte noch keine Zeit ein Bericht zu erstellen.Es sind voll die Räuber :fettgrins: . Sie haben mein Heimchen-Becken durch ein doofen Fehler meinerseits besiedelt und alle Heimchen gefuttert. Gerade letze Woche haben sie eine junge Lasius niger Kolonie komplett zerlegt. Das ganze 80 x 40 x 40 Becken samt beiden Anschlüssen und ein kleineres 40 x 25 Becken wird von den Räubern :) dominiert

aber ist ok :).

Drücke Dir die Daumen Kati dass sich die kleinen bei Dir weiterhin so toll entwickeln.Die machen wirklich Spaß. Und um so grösser sie werden um so schöner das Spektakel .

MfG Xeras
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Re: Formica sanguinea - Diskussion

Beitragvon Boro » Mittwoch 28. Januar 2015, 09:50

Es ist nicht leicht die richtige Luft- u. Nestfeuchtigkeit während der Winterruhe zu gewährleisten. Ich halte etliche Temnothorax- und Plagiolepis-Arten in kleinen (Ferrero)Boxen. Die sind alle geschlossen und trotzdem muss ich etwa einmal pro Woche für neue Feuchtigkeit sorgen; wie in geschlossenen Kunststoffboxen Wasser (nach außen) verdunsten kann, ist mir nicht klar. Inzwischen habe ich durch Einbringen von Moos, das in der Box sogar ohne Bodensubstrat anwächst, für einen gewissen Ausgleich der Feuchtigkeit gesorgt. Die Boxen stehen auf der nordseitigen Fensterbank, da hat es max. 10°bei milden Außentemperaturen.
Was ich damit nur sagen will: Offensichtlich muss man auch in geschlossenen Kunststoffboxen zwischendurch die Feuchtigkeit kontrollieren!
L.G.
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Re: Formica sanguinea - Diskussion

Beitragvon NIPIAN » Mittwoch 28. Januar 2015, 10:02

Hoi,

sehr schöner Bericht!
Zu deinem Experiment: Wie lange hast Du die Ameisen beobachtet? Hast Du auf etwa gleichwertige Mengen an Zucker in den Lösungen geachtet - sprich ungefähr dieselbe Menge an Kohlenhydraten im Honig gegenüber dem Zuckerwasser? Die Inhaltsangabe am Glas entspricht sehr gut dem tatsächlichen Gehalt - wobei zumeist auf einen Unterschied zwischen Fruktose und Glukose verzichtet wird.
In einem meiner früheren Experimente habe ich das Verhalten knapp 3 Stunden lang beobachten und feststellen können, dass innerhalb der ersten Stunde eine Honig-Stevia-Wasser Lösung bevorzugt, am Ende nur noch die reine Honig-Lösung frequentiert worden ist. Eine Möglichkeit demnach wäre, dass zunächst auf eine möglichst hohe Süßkraft "geprüft" wird, ab einem gewissen Sättigungsgrad diese jedoch in den Hintergrund gerät.

Um ein ordentliches Ergebnis zu bekommen, müssen die Volumina in etwa gleiche Konzentrationen an Kohlenhydraten beinhalten und gegen Wasser geprüft werden.
Weiterhin: die Relation an Fruktose zu Glukose muss in Honig und Zuckerwasser in etwa übereinstimmen. In Haushaltszucker beträgt das Verhältnis von Glukose zu Fruktose 1:1, was sich durch den erhöhten Fruktosegehalt an einer höheren Süßkraft zeigt, als nach den Angaben zum Honig möglich ist.
Es sind also mindestens 3 Fehlerquellen möglich:
- die Lösungen sind unterschiedlich zäh und schwer Aufzunehmendes wird ungern frequentiert
- die Konzentration am Gesamtkohlenhydratanteil sind bei den geprüften Flüssigkeiten zu unterschiedlich
- die Süßkraft der Lösungen unterscheiden sich für Ameisen deutlich wahrnehmbar

Wenn Du willst, helfe ich Dir bei deinem nächsten Experiment mit der Berechnung der nötigen Zusätze, um annähernd gleiche Lösungen auf den Zuckergehalt und die Viskosität hin zu bekommen.
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Re: Formica sanguinea - Diskussion

Beitragvon fehlfarbe » Freitag 20. Februar 2015, 22:24

Danke fürs Update! Wenn du im Sommer mal im Großen Garten unterwegs bist, dann halte mal Ausschau nach Dolichoderus quadripunctatus. Hab da schon einige Tierchen an Bäumen gesehen :)
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Re: Formica sanguinea - Diskussion

Beitragvon Boro » Dienstag 11. August 2015, 14:12

Hallo Kati!
Dass deine Rapti die Möglichkeit zur Plünderung des Temnothorax-Nestes nützen werden, war vorauszusehen. Raptiformica beraubt in der Natur alle möglichen Arten: Serviformica spp., Lasius spp. (sie sollen sogar Nester v. L. flavus aufgraben, um an die Beute zu kommen) und auch kleinere Nester von Formica s. str. Anlässlich meiner unzähligen Wanderungen sehe ich häufig Überfälle auf Serviformica fusca und da wird alles verwertet, Brut und Imagines werden weggeschleppt, letztere werden ausschließlich gefressen. Die zurückgelegten Distanzen sind beachtlich, bisher wurden etwa 50 m als Maximalentfernung angenommen (SEIFERT, S. 321), vor einigen Jahren konnte ich bereits Ende Mai einen Raubzug mit sicher 120 m Entfernung nachweisen, ich habe die Strecke extra nachgemessen (damals Bericht im alten AF).
Jedenfalls eine schöne und interessante Art!
L.G.
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Re: Formica sanguinea - Diskussion

Beitragvon Reber » Dienstag 11. August 2015, 16:23

Vielleicht könnte ein kleines Kunstnest für die Temnothorax abhilfe schaffen, bei dem der Eingang so gelegen ist, dass er von den Raptiformica nicht gleich entdeckt/erreicht werden kann? In der Arena werden die einzelnen Arbeiterinnen ja nicht angegriffen, oder?

Ich denke an ein kleines Holznestchen mit einem Ausgang nach Unten, welches dann mit ca. 1,5 mm Abstand wiederum auf eine Holzplatte o.ä. geklebt wird, so dass die Themnothorax in alle Richtungen weg kommen, die Raubameisen aben nicht direkt zum Nesteingang...
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Re: Formica sanguinea - Diskussion

Beitragvon Kati » Mittwoch 12. August 2015, 11:06

Vielleicht könnte ein kleines Kunstnest für die Temnothorax abhilfe schaffen, bei dem der Eingang so gelegen ist, dass er von den Raptiformica nicht gleich entdeckt/erreicht werden kann? In der Arena werden die einzelnen Arbeiterinnen ja nicht angegriffen, oder?


Wäre eine Überlegung wert. Allerdings weiß ich nicht, ob sich das noch lohnt, da die Aktivität der Formica schon stark nachgelassen hat. Auch Brut ist kaum noch vorhanden, ich glaube sie haben keine Lust mehr dieses Jahr und bezweifele deshalb, dass sie einen weiteren Raubzug starten werden. Die frühe Auswinterung und die Heizmatte haben wahrscheinlich ihr übriges getan. Zumal ich für eine solch Aktion die Temnothorax erst einmal in das Nest hinein bekommen müsste. Ich befürchte dafür müsste ich die Arena ziemlich auseinandernehmen.
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Re: Formica sanguinea - Diskussion

Beitragvon Merkur » Mittwoch 12. August 2015, 16:05

Ein Großraubzug von Formica sanguinea über 170 Meter!

Ich weiß nicht recht, wo bei den diversen Beiträgen zur Blutroten Raubameise dieser Hinweis am besten Platz hätte. Aber ich möchte die alten Beobachtungen doch mal aus den vergilbten Stapeln gedruckter Literatur ans Licht holen!
Auslöser war für mich dieser Beitrag: viewtopic.php?f=47&t=287&p=8428#p8423
Boro schreibt hier zu den Raubzügen von F. sanguinea:
„Die zurückgelegten Distanzen sind beachtlich, bisher wurden etwa 50 m als Maximalentfernung angenommen (SEIFERT, S. 321), vor einigen Jahren konnte ich bereits Ende Mai einen Raubzug mit sicher 120 m Entfernung nachweisen, ich habe die Strecke extra nachgemessen (damals Bericht im alten AF).

In dem „Klassiker“ von H. Kutter (1969) findet sich eine gute Zusammenfassung zu zwei Arbeiten von Brun und Kutter (1947 und 1949), wo sogar 170 m angegeben werden. Zunächst also dieser Text aus: Kutter, H. 1969: Die sozialparasitischen Ameisen der Schweiz. Neujahrsblatt der Naturf. Ges. Zürich., 62 S.
Seite 29:
Bei Binn im Wallis führt jenseits des tosenden Baches ein schmaler Fahrweg zum malerischen Kirchlein hinauf. Sehr wahrscheinlich ahnte kaum je ein Kirchgänger, dass sich auf diesem Strässchen jeweils im Juli während mehrerer Jahre dramatische Kriegsereignisse abgespielt haben. Längs dem Bach entlang hatten sich damals eine grössere Anzahl fusca-Kolonien häuslich eingerichtet. Auf der Bergscite wird der Pfad von einem abschüssigen Grashang begrenzt. Darüber befinden sich Gebüsche und ein verstecktes Felsband. Oberhalb dieser Felsen befand sich die Burg eines ansehnlichen sanguinea-Volkes. Die lineare Distanz von Burg zum Weg beträgt 60 m bei mindestens 20 m Höhendifferenz. Dieses Räubervolk plünderte nun ohne Unterbruch eim fusca-Nest nach dem ändern aus und dehnte seinen Aktionsradius schliesslich bis gegen das Kirchlein, das heisst bis auf eine Distanz von 170 m aus. Die erbeutete Puppenmenge war derart gross, die Gelegenheit derart günstig, der Heimweg aber jeweils derart beschwerlich, dass die Räuberinnen dazu übergingen, ihre gestohlenen Lasten nicht, wie üblich, sofort heimzuschaffen, sondern sie unter passenden Steinen auf der andern Wegseite zu deponieren und dort von einer Garnison bewachen zu lassen. Der eigentliche Heimtransport aus diesen provisorischen Depots erfolgte jeweils erst in den Abendstunden, zu einem Zeitpunkt, in welchem alle Kämpfe, der kühleren Temperatur wegen, aufhören. Ein aufmerksamer Beobachter konnte dann hunderte Puppen tragender Einzeltiere im hohen Gras bergwärts klettern sehen. Schliesslich bekamen die nie ganz leer werdenden Depots den Charakter und Rang von Ersatznestern und wurden durch den Zuzug von jungen Königinnen aus dem Hauptnest zu eigentlichen Zweignestern. Jetzt wurden die Depots nicht mehr entleert, die Erde unter den Steinen wurde ausgehoben und mit vielen Gängen durchzogen, die neu hinzugebrachtcn fusca-Puppcn nicht mehr aufgestapelt, sondern ordentlich arrangiert. Alle weiteren Details dieser 1946 und 1948 beobachteten Feldzüge sind in den Mitteilungen der Schweizerischen Entomologischen Gesellschaft zu finden (R. BRUN und H. KUTTER, 1947 und 1949).
Von den beiden Arbeiten Brun und Kutter kopiere ich nur die Titelseiten:
R.s.-Großraubzug.jpg
Seiten 278 - 290

R.s.-Großraubzug-Nachtrag.jpg
Seiten 309 - 322
Man konnte damals sehr ausführlich erzählend über solche Beobachtungen berichten, was bereits an der Anzahl der Druckseiten ablesbar ist. ;) Nicht alle Deutungen sind heute noch vertretbar, aber die Fakten selbst bleiben informativ. Leider werden solche Arbeiten, zumal wenn sie nicht auf Englisch erschienen sind, zunehmend vergessen oder leben allenfalls als Titel in den Literaturverzeichnissen jüngerer Arbeiten fort.
Wer also Zugriff auf die Schätze einer Uni-Bibliothek hat, sollte durchaus auch dort einmal stöbern gehen: Vieles, was wir heute bereits stark abstrahiert im „Seifert (2007)" oder in den populären Büchern von Hölldobler und Wilson lesen, ist im Original doch oft weit besser nachvollziehbar.

Und klar: Ein Raubameisenvolk in der Labor- oder Privathaltung, in einer um den Faktor 100 oder noch mehr verkleinerten Umwelt, wird niemals Beobachtungen wie in der realen Welt ermöglichen! Das sollte man sich bei „ungewöhnlichen“ und unverständlichen Aktionen seiner Pet-Ants auch immer mal in Erinnerung rufen.

Näheres zu Heinrich Kutter und dessen myrmekologischen Beiträgen:
viewtopic.php?f=50&t=602#p3933

MfG,
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