Pheidologeton affinis

Unterfamilie: Myrmicinae

Re: Pheidologeton affinis

Beitragvon Gripsnest » Samstag 19. April 2014, 12:03

Beitrag vom 13.01.2014

Sofort als das Pet Biosa ankam, kam es zum Einsatz.

Die Kolonie besiedelt noch ausschließlich die Umzugsbox 25x30 cm, der Bodengrund ist ungefähr 5 cm hoch, die im
Formicarium (80x35x40 cm) steht.

Darum habe ich auch nur die 25 x 30 cm Box behandelt. 100 ml Biosa wurden
mit 100 ml Wasser gemischt und komplett verwendet.

Den Ameisen geht es gut, aber die Pflanzen haben es nicht sehr gut überstanden.

Ich schreibe etwas um den heißen Brei, ihr wollt bestimmt wissen, ob es gegen die Milben gewirkt hat, oder?

Ob es sofort nach dieser 1. Behandlung wirklich 80 % weniger Milben sind, wie von Henning prognostiziert, kann ich nicht beurteilen. Ich lehne mich aber nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich von 50 % schreibe.

Hier ein ganz frisches Video (Qualität auf 1080p schalten):




Vereinzelt sind die Arbeiterinnen sogar Milbenfrei, so voll besetzt wie noch am Vortag ist keine einzige Ameise mehr.

Die nächste Behandlung findet am Dienstag Abend statt, ich werde weiter berichten.
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Re: Pheidologeton affinis

Beitragvon Gripsnest » Samstag 19. April 2014, 12:05

Beitrag vom 15.01.2014

Zu früh gefreut?

Nach der 2. Behandlung (vor ca. 17 Stunden) kann ich keine weitere Besserung feststellen.

Ich habe die Kolonie behandelt, als sie mitten dabei war, eine dicke Fliege zu zerteilen. Darum konnte ich auch mindestens 30 Arbeiterinnen die volle Breitseite geben. Sie sind alle wohlauf, aber leider sehe ich noch recht viele Milben. Es sind zwar längst nicht so viele, wie noch vor der Behandlung, denn mit bloßem Auge kann ich sie kaum sehen (bin ja auch fast 40). Der Befall war vorher so extrem, dass sie mir sofort ins Auge gefallen sind, da die Proportionen der Arbeiterinnen nicht mehr stimmten. Die Fliege wurde nach der Behandlung trotzdem verspeist, obwohl sie jede Menge Pet Biosa abbekommen hat. Es scheint also wirklich nicht zu schaden, auch Springschwänze sind noch vorhanden.

Donnerstag behandele ich sie dann vorerst letztmalig.

Die Kolonie ist agiler seit Behandlungsbeginn. Das kann aber auch mit der großen Flüssigkeitszugabe zusammenhängen. Da die vorher trockenere Haltung nicht geholfen hat, die Milben zu dezimieren, es wurde eher schlimmer, habe ich jetzt einen Vernebler angeschlossen. So sind die Haltungsparameter optimiert, ist bestimmt von Vorteil.

Hier ein aktuelles Video, erst 30 Minuten alt:
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Re: Pheidologeton affinis

Beitragvon Gripsnest » Samstag 19. April 2014, 12:06

Beitrag vom 21.01.2014

Auch die 3. Behandlung mit Pet Biosa gab nicht den erhofften Befreiungsschlag.
Sicherlich hatte es insgesamt eine Wirkung, aber bei einem starken Befall ist die Anwendung im Erdnest nicht vollumfänglich Erfolgversprechend. Leider sind sämtliche Pflanzen an dem Mittel eingegangen, auch das schöne Moos, aus unserem Garten in Deutschland.

Eine Mediaarbeiterin, die leicht wieder zu erkennen ist, war vor der 3. Behandlung noch ohne Befund, aber jetzt befinden sich ca. 5 Milben auf dem Hinterleib.

Wer Pet Biosa ausprobieren möchte, sollte unbedingt die komplette Kolonie, ohne Substrat einsprühen, damit es auch überall hinkommt. Ob es dann hilft? Keine Ahnung. Aber probieren würde ich es auf alle Fälle.

Der Kolonie jetzt so viel Stress auszusetzten halte ich für übertrieben. Zumal sich die Milbenpopulation in Grenzen hält. Die Arbeiterinnen tragen ohne Ende Futter ein und es werden immer mehr Arbeiterinnen.

Bei dem englischsprachigen Thread, den ich bereits gepostet hatte (http://www.reptileforums.co.uk/forum...-diversus.html), wurden zur Bekämfung Hypoaspis Milben eingesetzt. Hier war auch nicht klar, ob diese Raubmilben für die Dezimierung der parasitären Milbe verantwortlich war. Aber zumindest hat es dieser Kolonie auf keinen Fall geschadet, denn sie ist trotzdem über einen langen Zeitraum sehr stark gewachsen.

Darum ist das nun mein nächster Therapieversuch.

Ohne diesen Haltungsbericht der gleichen Gattung, hätte ich es nicht gewagt die Milben jetzt auch bei meiner Kolonie einzusetzen. Mir wäre die Gefahr zu groß gewesen, dass sich die Raubmilben später an der Brut vergreifen.
Seit nun 18 Stunden befinden sich die Hypoaspis Milben im Aquarium. An einen schnellen Erfolg glaube ich nicht, ich werde weiter berichten.
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Re: Pheidologeton affinis

Beitragvon Gripsnest » Samstag 19. April 2014, 12:11

Beitrag vom 05.02.2014

Etwa 2 Wochen nach Einsatz dieser possierlichen Raubmilben:



gibt es erstaunlich gute Nachrichten. Der Befall ist drastisch zurück gegangen, nur sehr vereinzelt treten sie noch am Hinterleib auf. Zwischendurch, als die Milben noch wesentlich häufiger an den Arbeiterinnen saßen, kam eine Majorarbeiterin hinaus. Diese war komplett Milbenfrei, was darauf schließen lässt, dass die Königinnen nicht befallen waren/sind.

Die Arbeiterinnen putzen sich häufig untereinander, wahrscheinlich befreien sie sich dabei von den Plagegeistern:



Ob es nun wirklich an den Raubmilben liegt, oder an optimalen Haltungsbedingungen, vielleicht ist es die Kombination aus beidem?

Täglich werden mindestens 5 Pinkymaden eingetragen, eigentlich werden frische Fliegen bevorzugt, aber die sind kaum zu finden, da die Außentemperaturen zwar hoch genug sind, aber ein stätiger Wind weht. Dann lassen sich keine Fliegen blicken und es gibt Tiefkühlpynkies.

Jedenfalls ist die Freude bei mir groß und ich kann in Kürze mit der Planung der Zusammenführung der Kolonien beginnen, die eigentlich schon längst vollzogen sein sollte.

Wenn ich bedenke wie schwierig die Anfangszeit bei Kolonie 1 war, als ich schon mehrfach aufgeben wollte, ist es diesmal wesentlich einfacher, wenn man von den Milben mal absieht.

Aktueller Nachtrag: Am Osterwochenende werde ich den Haltungsbericht aktualisieren, es gibt viel zu berichten
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Re: Pheidologeton affinis

Beitragvon Gripsnest » Montag 21. April 2014, 12:26

Die Kolonien entwickeln sich prächtig. Ihr lest richtig, Kolonien. :?

Das bedeutet, dass die Zusammenführung eher schleppend läuft. Mir ist erst vor einer Woche aufgefallen, dass der Schlauch, der die beiden Becken verbindet, von Kolonie 1 komplett zugebaut wurde. Nachdem ich den Schlauch noch einmal abzog und die verdichtete Erde rausgeschüttelt hatte, findet zumindest eine Kontaktaufnahme statt.
Zwischendurch gab ich schon mehrfach Arbeiterinnen von 1 nach 2, aber sie werden nicht recht warm miteinander. Beim letzten Versuch waren es mehrere hundert, diese graben sich dann aber ihr eigenes Nest und verteidigen den Nesteingang, wo es einiges Gezerre gab, bei dem es auch wenige Tote gab. Nach einigen Tagen war dieses Nest im Nest dann verschwunden. Ob sie sich zusammen geschlossen haben, oder ausgelöscht wurden kann ich nicht sagen. Die Kolonien reagieren nicht sehr aggressiv aufeinander, aber das könnte auch das ganz normale Verhalten dieser Ameisenart auf fremde Arbeiterinnen sein. Ein Versuch wäre es, gattungsfremde Ameisen hinzuzugeben, um dieses Verhalten abzugleichen. So etwas finde ich aber recht grausam, darum habe ich es nicht umgesetzt.


Zur Koloniegröße:

Kolonie 2 hat es mittlerweile auf ca. 2.500 Arbeiterinnen geschafft. Täglich füttere ich 8 mittlere Heuschrecken, oder eine ähnliche Menge (Volumen) Fliegen/Fliegenlarven. Außerdem gibt es 2 x die Woche eine Haselnuss, die auch komplett verspeist wird.
Fütterung Kolonie 2 (Qualität 1080p möglich, sonst unscharf):



Kolonie 1, die ich jetzt schon seit fast 1,5 Jahren pflege, hat sich unfassbar gut entwickelt. Sie vertilgt ca. 5 x soviel wie Kolonie 2 und ist auch dementsprechend groß. Sie fressen sogar Katzenfeuchtnahrung, so wird es etwas günstiger im Unterhalt. Die Grundfläche des 60x30 cm Becken´s ist bei der Fütterung mit Ameisen überzogen und die Anzahl ist nicht mehr zu schätzen. Es gab noch immer kein Ausbruchsversuch, aber bei der Fütterung, oder dem täglichen Sprühen, wenn ich den Deckel abnehme, muss ich aufpassen, dass niemand über den Rand fällt. Der Bodengrund ist komplett einmal umgepflügt und das Erdnest geht an 2 Ecken bis zum Deckel, demensprechend aggressiv sind sie, wenn ich sie störe.
Das Becken ist eigentlich zu klein, aber ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass die Kolonien in Eintracht zusammen im großen Becken leben. Ein wenig Zeit möchte ich ihnen noch geben, ansonsten bekommt Kolonie 1 für sich alleine ein weiteres Becken.
Bei dem hohen Proteinbedarf werden bestimmt bald Geschlechtstiere auftreten. Leider habe momentan keinen Einblick in die Brutkammer.
Fütterung Kolonie 1 (Qualität 1080p möglich, sonst unscharf):




Zu den Milben bei Kolonie 2

Die sind komplett verschwunden, aus welchen Gründen auch immer. Ich vermute, dass die Raubmilben ihren Teil dazu beigetragen haben, zusammen mit guten Haltungsbedingungen. Raubmilben sehe ich auch nicht mehr , was darauf schließen lässt, dass ihnen die Nahrung ausgegangen ist. Wenn ich es richtig verstanden habe, werden von den Weibchen, bei Nahrungsknappheit, auch männliche Milben der gleichen Art verspeist und wiederum nur männliche Nachfahren produziert, eine kluge Weise, die Population zu regulieren.
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Re: Pheidologeton affinis

Beitragvon Gripsnest » Sonntag 1. Juni 2014, 17:09

Mittlerweile hat Kolonie 1 das 60 x 30 cm Becken komplett zugebaut. Es ist nicht mehr möglich, den Deckel abzunehmen, da ich damit das Nest öffne. Leider habe ich auch erst jetzt bemerkt, dass der Deckel nicht ganz dicht ist. Es ist nicht so, dass sie versuchen auszubrechen, aber sie purzeln ab und an einfach durch einen Schlitz hinaus und schaffen es nicht mehr zurück in Becken, weil sie nicht an dem glatten Glas hinauf kommen.
Da ich ein Bastelkünstler bin, habe ich kurzerhand den Deckel an den gefährdeten Stellen mit Klebeband abgesichert. Befeuchten kann ich jetzt nur noch durch die Metallgaze in der Mitte der Abdeckung. Dort muss ich dann, auch wenn eine Außentemperatur von 25 Grad herrscht, Heizmatten laufen lassen, damit keine Feuchtigkeit in der Nähe der Gaze entsteht. Ansonsten würden die Baukünstler auch hier alles mit Erdkügelchen zubauen und das Nest erweitern. Die Öffnungen der Gaze sind so groß, dass sehr kleine Arbeiterinnen hindurch passen. Außerhalb des Beckens verenden die Pheidologeton sehr schnell, wahrscheinlich wegen der geringen Luftfeuchtigkeit.

Der Schlauch, der die Kolonien miteinander verbindet, wird immer stärker frequentiert. Es findet sogar ein kleiner Austausch bei den Arbeiterinnen statt. Darum hatte ich den Versuche gestartet, nur noch in dem Becken von Kolonie 2 zu füttern, in der Nähe des Schlauches zu Kolonie 1. Es hat aber nicht so gut funktioniert, denn dann entsteht ein Tauziehen, was Kolonie 2 gewinnt (Heimspiel), weil deren Nest mindestens 100 cm dichter ist, auch wenn die Koloniestärke höchstens bei 20 % im Vergleich liegt. Es hat auch den Anschein, als ob sich die Arbeiterinnen der verschiedenen Nester einigen und nicht mehr in die entgegengesetzte Richtung ziehen.

Wenn ich heute Arbeiterinnen austausche, laufen sie nach kurzer Zeit mit der neuen Kolonie, als ob sie schon immer dort gelebt hätten.

Da der Platz von Kolonie 1 langsam richtig eng wird, und sie nicht wirklich zusammen in das wesentlich größere Aquarium von Kolonie 2 ziehen möchten, obwohl hier noch mehr als genug Platz wäre, habe ich ein weiteres 60x30 cm Becken angeschlossen. Hier findet sei einer Woche die Fütterung statt. Für den 120 cm langen Weg durch den Schlauch hat die Kolonie eine Woche gebraucht, trotz dieser beengten Verhältnisse, in denen sie leben. Das zeugt wiederum von der geringen Motivation auszubrechen.

In ihrem Nest haben sie so wenig Platz, dass zu meiner Freude jede Menge Brut an den Scheiben gelagert wird. Hier wird auch ersichtlich, wer die Unmengen an Nahrung verwertet, da sind wirklich fette Larven dabei. Alle vier Scheiben sehen ähnlich aus, überall wird Brut gelagert. Sogar durch den Glasdeckel ist Brut zu entdecken:



Wenn Fragen auftauchen, einfach hier hineinschreiben würde ich sagen, faul wie ich bin. Dann muss kein neuer Thread eröffnet werden. :)
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Re: Pheidologeton affinis

Beitragvon Gripsnest » Mittwoch 11. Juni 2014, 11:54

Der Schlauch, der die Kolonien miteinander verbindet, wird immer stärker frequentiert. Es findet sogar ein kleiner Austausch bei den Arbeiterinnen statt. Darum hatte ich den Versuche gestartet, nur noch in dem Becken von Kolonie 2 zu füttern, in der Nähe des Schlauches zu Kolonie 1. Es hat aber nicht so gut funktioniert, denn dann entsteht ein Tauziehen, was Kolonie 2 gewinnt (Heimspiel), weil deren Nest mindestens 100 cm dichter ist, auch wenn die Koloniestärke höchstens bei 20 % im Vergleich liegt. Es hat auch den Anschein, als ob sich die Arbeiterinnen der verschiedenen Nester einigen und nicht mehr in die entgegengesetzte Richtung ziehen.


Es hat sich einiges getan, zum Glück war ich zum Zeitpunkt vor Ort. Kolonie 1 hat die Vorzüge des Beckens von Kolonie 2 entdeckt und fing an in der Nacht vom 08. zum 09.06.14 in strömen dort einzufallen.
Meine Hoffnung, dass sie sich zusammenschließen hat einen riesigen Dämpfer erhalten, denn es gab ein fürchterliches Gemetzel (die minore sind winzig, ungefähr so groß wie bei Pheidole pallidula, also auf die höchste Auflösung gehen):

Mir fiel sehr schnell auf, dass die wesentlich kleinere Kolonie 2 keine Chance haben wird und von Kolonie 1 überrannt wird. Darum habe ich sehr kurzfristig den Verbindungsschlauch getrennt.
In dem Formicarium befanden sich jetzt aber mindestens so viele Arbeiterinnen von Kolonie 1, wie von Kolonie 2, viele unterirdisch. In nächster Zeit saß ich also lange vor dem Geschehen, um zu beobachten, was geschieht und notfalls eingreifen zu können. Kolonie 2 zog sich in die Nähe des Nestes zurück und baute die Eingänge teilweise zu, nur der Eingang, der am weitesten vom Kampfgetümmel entfernt war, blieb geöffnet.

Die Lage beruhigte sich schnell und es kam kaum noch zu Auseinandersetzungen. Der "abgeschnittene" Teil von Kolonie 1 bezog ein Nest auf der anderen Seite des Formicariums, dicht in der Nähe des verschlossenen Schlauchs.

Trotz allem nahm Kolonie 2 noch sehr gut Futter an, das musste ich ihnen in der Nähe des Nesteingangs anbieten, damit sie nicht in Berührung mit den Eindringlingen kamen.

Das ist jetzt alles noch recht unspektakulär, und war soweit sicherlich zu erwarten, manchmal sehe ich die Zukunft zu rosig. Jetzt kommt aber der eigentliche Knaller. Bereits am 10.06. Vormittags gab es die Aufnahme zaghafter Annährungsversuche zwischen den noch kürzlich verfeindeten Parteien. Am Abend war ich mir schon nicht mehr sicher, wo Kolonie 2 anfängt, und wo sie aufhört. Heute Vormittag, bei einer großen Fütterung, wurde die Beute eindeutig gemeinsam eingetragen, teilweise noch etwas holprig. Ich bin mir sicher, dass sie zusammen wachsen.
Diese ganze Aktion hat ca. 500 Ameisen das Leben gekostet. Allerdings ist durch dieses "Überlaufen" aus Kolonie 1 die kleinere Kolonie 2 mindestens verdoppelt worden.

In meiner Panik hatte ich am Montag bereits alles bestellt, damit Kolonie 1 ein eigenes großes Becken bekommt. Außerdem hatte ich mich damit abgefunden, dass die Kolonien nicht kompatibel sind, jetzt bin ich mir nicht mehr so sicher.

Wenn ich in anderen Haltungsberichten lese, wie schwierig die Adoption einer Königin von einer waisen Kolonie ist, auch wenn sie polygyn sind, wundert mich das Ergebnis meiner Pheidologeton.
Darum werde ich den Verbindungsschlauch in den nächsten Tagen wieder öffnen, um zu sehen wie es weiter geht. Ich finde es unglaublich spannend, wie die ehemaligen Nestgenossen aufeinander reagieren.
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Re: Pheidologeton affinis

Beitragvon Gripsnest » Mittwoch 15. Februar 2017, 15:11

Hallo Ameisenfreunde!

Durch Zufall habe ich gelesen, dass die Milbenbekämpfung in diesem Haltungsbericht noch einmal ein Thema war.

Die Kolonie lebt mittlerweile leider nicht mehr, was wirklich schade ist, denn sie hat mich bis zum Schluss begeistert.

Allerdings waren nicht die Milben der Auslöser, sondern meine geringe Anwesenheit, beruflich geschuldet. Bis zum Schluss konnte ich keine Milben mehr entdecken.

Ob es an den Raubmilben lag? Keine Ahnung! Ich vermute eher, dass bei einem Befall Haltungsbedingen optimiert werden sollten und Milben ein Symptom sind.

Der Bodengrund hat die Feuchtigkeit nicht sehr gut gespeichert und der Pfleger, der in meiner Abwesenheit für die "Bewirtung" zuständig war, fehlt leider der Bezug zur Ameisenhaltung.
Darum ist es wie man so häufig lesen kann auch bei mir passiert. Die Minorarbeiterinnen sind in großer Zahl gestorben. Ich habe zwar noch versucht gegenzusteuern, aber leider ohne Erfolg.

Lange habe ich es nicht ohne Ameisen ausgehalten, seit ca. 11 Monaten halte ich eine Carebara diversa Kolonie, die eine ähnliche Größe hat, wie die affinis zu ihrer Glanzzeit.

An einer aktiven Beteiligung in einem Forum habe ich kein Interesse mehr, die aggressiven Schreibstile verschiedener User finde ich unerträglich. Leider wird das im Netz immer schlimmer, egal wo man sich aufhält. Das man selbst bei so einem Nischenhobby keinen gemeinsamen Nenner findet und es mehrere Foren gibt, die sich immer mal wieder anfeinden.…

Wenn es nicht so traurig wäre könnte ich fast darüber lachen.

Trotzdem stöbere ich gerne mal in den Ameisenforen und lese mit Begeisterung Haltungsberichte. :)
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