Probleme durch Heizmatten? [Induktion? Infrarot?]

Hier können Fragen rund um Formicarienbau, Einrichtung und Zubehör gestellt werden.

Probleme durch Heizmatten? [Induktion? Infrarot?]

Beitragvon Steffen Kraus » Mittwoch 28. Januar 2015, 12:39

Hallo,

mich beschäftigt schon länger, ob der Einsatz von Heizmatten, die mit Induktionsstrom betrieben werden, nicht schädlich für unsere Ameisen sind.
Es würde ja auch niemand, auf die Idee kommen, sein Ameisenformicarium neben die Microwelle zu stellen.
Es wäre ja fatal, wenn dem so ist, die Ameisen suchen die Wärme auf und die Wellen wirken sich ungünstig auf die Brut aus.
Vielleicht habt Ihr ja ein paar Ideen oder Meinungen dazu!
Schon mal danke für hoffentlich einige Antworten.
Gruß Steffen
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Re: Probleme durch Heizmatten?

Beitragvon Trailandstreet » Mittwoch 28. Januar 2015, 13:43

Um mit Induktion Wärme erzeugen zu können, braucht man als "Empfänger" auch einen Leiter. Vorzugsweise Metall. Kann ich mir jetzt so nicht vorstellen, dass das an einem Terrarium funktionieren soll.
Allerdings erzeugen Elektrische Geräte oder besser allgemein, "stromdurchflossene Leiter" immer ein elektromagnetisches Feld um sich herum. Kommt halt drauf an, wie stark das ist.
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Re: Probleme durch Heizmatten?

Beitragvon Steffen Kraus » Mittwoch 28. Januar 2015, 14:30

Hallo Tailandstreet,

genau das ist mein Problem, gerade die dünnen kleinen Heizmatten, die an oder unter Terrarien geklebt werden,
werden mit Induktion betrieben.
Diese geben ja Wärme ab, die Frage ist, ist das schädlich?
Gruß Steffen
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Re: Probleme durch Heizmatten?

Beitragvon Trailandstreet » Mittwoch 28. Januar 2015, 14:43

ich würde mal mit einem Kompass in die Nähe der Matte gehen, wenn sie eingeschaltet ist, ob das Magnetfeld überhaupt feststellbar ist. Das Erdmagnetfeld ist ja schon gering.
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Re: Probleme durch Heizmatten?

Beitragvon Steffen Kraus » Mittwoch 28. Januar 2015, 15:27

Hallo Trailanstreet,

das mit Induktion betriebene Geräte sich schädlich, auf Pflanzenwachstum auswirken, ist in Studien schon bewiesen worden, warum also nicht auch bei Tieren?
Manche Forscher warnen auch vor Mikrowellen, wie auch immer, das kann ich nicht beurteilen.
Aber Fakt ist, das in den Südstaaten der USA, an Fertighäusern solche Stromleitungen, die mit Induktion funktionieren, als Barrieren gegen das Eindringen von Termiten und Ameisen,experimentiert wurde.
Die Idee, mit dem Messen mit einem Kompass, finde ich ganz gut, aber mir geht es um die Strahlung, die von der Heizmatte ausgeht!
Ob es jetzt viel oder wenig ist, sprich schädlich oder nicht, kommt ja, auch wie bei Medikamenten, Gift usw. auf die Dosis an!!!!
Was einer Schlange von ein paar Kilo nichts ausmacht, könnte eine Ameise schon stark schädigen.
Gruß Steffen
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Re: Probleme durch Heizmatten?

Beitragvon hormigas » Mittwoch 28. Januar 2015, 16:09

Hallo,
Nach meiner Information werden die meisten Heizmatten mit Induktion betrieben.
So wie ich das verstanden habe geben diese aber keine "Strahlen" ab. Von den Wärmestrahlen abgesehen :). Ich denke nicht dass man das mit einem Herd vergleichen kann der nur die Töpfe erhitzt, oder doch? Dass ein Magnetfeld entsteht wenn Strom im Spiel ist ist auch klar. Die rote Folie an meinem Nest wird mit mehr oder weniger starken Magneten festgehalten. Ich konnte bis jetzt keinen negativen Effekt erkennen.
Und na ja die "Feuerameise" in den USA fühlt sich "magisch" zu solchen Magnetfeldern angezogen und erzeugt in den Verteilerkästen regelmässig Kurzschlüsse.
Doch wichtig erscheint mir wo die Heizmatte platziert wird! Mittlerweile bin ich der Überzeugung, dass eine Heizmatte direkt am Nest eher Schaden anrichten kann als ein in der Arena liegender Heizstein :)
Es ist immer gut den Ameisen die Wahl zu geben.
LG
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Re: Probleme durch Heizmatten?

Beitragvon Merkur » Mittwoch 28. Januar 2015, 17:25

Ich bin absolut kein Fachmann auf diesem Gebiet, aber kenne bisher nur die elektrische Wärmeerzeugung durch Heizdrähte, die Widerstandsheizung, wie sie auch z. B. in elektrischen Wärmedecken (fürs Bett) benutzt werden, in älteren Küchenherden und Backröhren, im Toaster (frei sichtbare glühende Drahtspiralen!), als Glühdrähte in Glühbirnen herkömmlicher Bauart, usw..
Meines Wissens arbeiten die Heizmatten und Heizkabel für Terrarien nach demselben Prinzip wie die Wärmedecken im Bett. Dünne Drähte mit hohem Widerstand sind nach außen gut isoliert (gegen Nässe, Berührung etc.) und heizen sich bei Stromfluss auf. Im Terrarienfachhandel gibt es Heizplatten, in denen metallhaltige Farbe oder eine sehr dünne leitende Folie die Heizdrähte ersetzt, doch das Prinzip ist gleich.
Nachdem Elektrowärme seit urdenklichen Zeiten erzeugt wird, ohne dass Störungen gemeldet wurden, gehe ich davon aus, dass die Heizmatten und -kabel für Terrarien auch für Ameisen keine Probleme bereiten.

Induktionswärme wird in modernen Küchenherden mit Kochfeld genutzt, sowie bei diversen technischen Verfahren, wo durch Wechselfelder direkt in dem Material (z. B. Metallboden des Kochtopfes) Hitze erzeugt wird. Die Geräte sind ziemlich kompliziert aufgebaut, müssten für Terrariumszwecke entsprechend teuer sein. (http://de.wikipedia.org/wiki/Induktionskochfeld ).

Falls hier niemand mit entsprechenden Physik-Kenntnissen ist, kann ich einen Physiker konsultieren!

MfG,
Merkur
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Re: Probleme durch Heizmatten?

Beitragvon fehlfarbe » Mittwoch 28. Januar 2015, 17:32

Da muss ich Merkur Recht geben. Ich habe bisher noch nie Induktionsheizungen für Terrarien oder dergleichen gesehen. Da muss man sicherlich auch aufpassen, dass sich nicht auch noch andere Metallgegenstände in der Nähe aufheizen (Elektronik von Lampen usw.).
Die normalen Heizmatten und Heizsteine haben meines Wissens nach einfach Widerstandsdraht und geben die Leistung wie ein gewöhnlicher Ohm'scher Widerstand nach P = U*I ab. Dann gibt's noch die IR Matten, die direkt Wärmestrahlung abgeben. Mit Induktionwärme haben die beiden Prinzipien aber eigentlich nichts am Hut :?:
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Re: Probleme durch Heizmatten?

Beitragvon Steffen Kraus » Mittwoch 28. Januar 2015, 17:59

Hallo,
erst einmal, danke für die Antworten, die Ihr bis jetzt schon gegeben habt.
Ich bin auch Laie auf diesem Gebiet und kam nur zu diesem Thema, durch einen bekannten Terrarianer.
Daher meine Frage hier im Forum!
Bei dem Gespräch, fiel auch das Wort Widerstandprinzip, wie in Heizkabeln und Induktionsprinzip in Heizmatten. Wie gesagt, ich habe keine Ahnung!!!!!
Das Angebot von Merkur, einen Physiker um Information zu bitten, finde ich klasse und ich bedanke mich nochmals dafür.
Ich bin gespannt, welche Fakten dabei herauskommen.
Danke und Gruß Steffen
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Re: Probleme durch Heizmatten?

Beitragvon Steffen Kraus » Donnerstag 29. Januar 2015, 07:51

Hallo,
ich habe mich gestern noch, da mir dieses Thema keine Ruhe läßt,
mit verschiedenen Herstellern in Verbindung gesetzt.
Mir wurde von allen bestätigt, daß sich noch niemand darüber Gedanken gemacht hat.
Tja, da haben wir das Problem!
Da wird etwas hergestellt und vertrieben, dann wird es gekauft und benutzt und keiner kennt die Wirkung!!!
Beispiele, gibt es ja leider genügend.
Gruß Steffen
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Re: Probleme durch Heizmatten?

Beitragvon Trailandstreet » Donnerstag 29. Januar 2015, 09:51

Mich würde das Prinzip der Induktionsheizmatten interessieren. Ich kann mir vorstellen, dass eine leitfähige Schicht an der Aussenhaut der Matte ist, um möglichst verlustarm die Wärme an das aufgeklebte Medium abzugeben. Die stromführende Schicht dahinter steht also nicht in direktem Kontakt damit, einfach um Stromschläge zu vermeiden ;)

Dass ich da nicht früher drauf gekommen bin. Hätt ja gleich das Patent dazu anmelden können :-P
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Re: Probleme durch Heizmatten?

Beitragvon NIPIAN » Donnerstag 29. Januar 2015, 10:10

Hoi,

wenn ich ein Formikarium in der Küche aufstellen wollte (Hygiene?!), würde ich es problemlos neben die Mikrowelle stellen. Mikrowellen sind gegen einen Austritt von elektromagnetischen Feldern präpariert, vor allem sichtbar nach vorne - Stichwort: Hertz'sches Gitter; das ist das Ding, durch das man gucken muss, wenn man dem Essen bei der Karrusselfahrt zusehen will. Wenn man dann noch weiß, dass die Energien logarithmisch vom Ort des Geschehens weg abfallen (inverses Quadratabstandsgesetz)... well, so what? Davon einmal abgesehen sondert die Glühlampe, bzw. der Zu-Abführende Draht (je nach Zeitpunkt der Messung -> Wechselstrom^^) ebenso elektromagnetische Felder ab - nur eben geringer, und das ist, so scheint es mir, in diesem Thema die Frage.

Ein von Strom durchflossener Leiter sondert permanent ein Magnetfeld ab. Grundlegende Physik: http://www.leifiphysik.de/themenbereich ... r/versuche - Gleichstrom = gleichförmiges Magnetfeld, Wechselstrom = wechselndes Magnetfeld

Es gibt speziell darauf ausgelegte Systeme, die höhere Energiemengen mittels stärkerer Magnetfelder transferieren - Induktionssysteme (z.B. Induktionskochfeld) -> wechselnde Magnetfelder

Eine Induktionsspule als Heizmatte zu verwenden halte ich für etwas merkwürdig, weil derzeit noch teuer, aber gut, spielen wir das Beispiel durch:
Eine Induktionsspule baut ein Wechselmagnetfeld im Laufe der Zeit auf. Darin ist Energie "gespeichert", welche entweder durch möglicherweise vorhandene Rezeptoren der Ameisen aufgenommen und für Verwirrung sorgen kann (vielleicht platzen die sogar, wie bei Backpulver *fg* - für die Laien: BEIDES ist ein Joke), oder man kann ein Hertz'sches Gitter-Äquivalent in das Formikarium einlegen und das Magnetfeld zur Wärmeerzeugung nutzen -> Induktionskochfeld
Dahinter gibt es kein Magnetfeld mehr - bzw. praktisch nicht mehr und wenn, dann fällt es innerhalb weniger Zentimeter auf praktisch Null herab (vgl. Werte der folgenden Untersuchung, Punkt 6, insbesondere Punkt 6.1.5 mit dem Erdmagentfeld in Mitteleuropa: 48 μT [vorsicht: das Erdmagnetfeld ist "statisch", das eines Induktionkochfeldes wechselt], sowie die Diskussion unter 6.1.6). Ersichtlich aus: B-Field Exposure From Induction Cooking Appliances Zurich - Clementine Viellard, Albert Romann, Urs Lott, and Niels Kuster, July 2006 (revised July 2007), ITIS Bericht, sowie die Großzusammenfassung: http://www.bag.admin.ch/themen/strahlun ... 673/03156/ - ergo: man wähle das Hertz'sche Gitter-Äquivalent entsprechend groß - reicht ja, wenn die Mitte warm wird. Das ganze System gibt es im Übrigen schon: Substratheizung -> induktive Erwärmung.

Weiterhin weiß man, dass einige Ameisenarten unter anderem in Trafos und Umspannwerken hausen (in den USA Solenopsis invicta et geminata et al, Lasius sp. habe ich in den unsrigen gesehen). Die scheinen kein Problem mit deutlich höheren, wechselnden Magnetfeldern zu haben (da liegen wir im mT-Bereich!). Ich kann ja im Sommer ein paar Ameisen auf die Induktionsplatte setzen und sie einschalten. Wahrscheinlich bewegen sie sich dann deshalb vermehrt, weil die Platte vibriert. Muss mal sehen, wie ich den Fehler durch mechanische Schwingungen ausschalte, ohne meine werte Dame zur Explosion zu bringen (CAVE: im Gegensatz zu Ameisen explodiert meine Dame tatsächlich, wenn ich fahrlässig mit der Küche umgehe). Dann kann man herausfinden, welche Ameisenarten sich ähnlich wie Zugvögel orientieren, siehe Magnetsinn.

Ergo: Darüber hat man sich schon lange Gedanken gemacht. Weil einige Menschen das Mobilfunkmastsyndrom haben und immer wieder um Hilfre rufen. Liegt vermutlich am Erdmagnetfeld.
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Re: Probleme durch Heizmatten?

Beitragvon Steffen Kraus » Donnerstag 29. Januar 2015, 10:33

Hallo Trailantstreet,

genau das ist das Problem,
Induktionsbetriebene Heizmatten funktionieren im Infrarotbereich! Das ist so, bei Heizungen, wie Heizkabeln,
die mit dem Widerstandsprinzip laufen wird eine Fläche, nehmen wir mal Glas, erwärmt.
Dieses gibt einfach, dann nur die Temperatur in den Innenbereich weiter.
Beim Induktionsprinzip, geht die Infrarotstrahlung zusätzlich,
durch das Glas und trifft(erwärmt) die Ameisen direkt. Ist das gut?
Genau, dieses ist der Grund meiner Frage!! Das können aber nur Physiker und Biologen herausfinden, deswegen warte ich gespannt, wie das Ergebnis ,
von Merkur(danke), einen Physiker heran zu ziehen, ausfällt.
Sonst drehen wir uns nur im Kreis, denn Meinungen, nach denen ich gefragt hatte, waren ja, ob jemand Probleme durch den Gebrauch dieser Heizmatten hat und nicht wie
diese funktionieren!!!!! Um dann heraus zu finden, ob das Prinzip schädlich ist oder nicht.
Ich weiß die Frage klingt merkwürdig, aber es fängt an, interessant zu werden!
Gruß Steffen
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Re: Probleme durch Heizmatten?

Beitragvon NIPIAN » Donnerstag 29. Januar 2015, 10:49

Hoi,

bist Du sicher, dass Du Infrarotstrahlung nicht mit Elektromagnetismus von Induktion verwechselst? Beide sind elektromagnetische Strahlung - nur dass Infrarot VIIIIIIIIEEL schwächere Magnetfelder sein eigen nennt -> Frequenz von Infrarot ist viel geringer, als von Mikrowellen -> Eindringtiefe von Ersterem ist deutlich höher.

Wir reden über 3 Systeme, die in diesem Thema nicht klar voneinander abgegrenzt worden sind, unterschieden in:
  • Wärmeproduktion durch Infrarot zugeführt von Außen in das Formikarium -> Hat nix primär mit Induktion zu tun, die Strahlung ist deutlich niederfrequenter und wird permanent durch die Sonne geboten ("Aah, is das heute schön warm") -> Wärmeproduktion durch Lampe (bspw. Glühlampe, Heizstrahler, Kerze) - btw. Infrarotstrahlung kommt kaum durch Glas hindurch, hängt von Frequenz ab -> Gewächshausprinzip. Schwaches Magnetfeld
  • Wärmeproduktion durch Widerstand eines stromdurchflossenen Leiters innerhalb des Formikariums -> Computer wird warm. Unpraktisch: man stelle den Computer in das Formicarium, denn da sind Drähte drin, die während des Betriebs warm werden -> Äquivalent: Heizspirale/Draht - in letzter Konsequenz landet man auch bei Infrarot. Schwaches Magnetfeld
  • Wärmeproduktion durch Induktion mittels elektromagnetischer Energie auf eine ferromagnetische Platte von Außen in das Formikarium -> Hysterese, deutlich höherfrequent, bietet von allen 3 Systemen die höchste Magnetfeldstärke. Aber in der Endkonsequenz landet man bei Infrarot

Wähle das System von Interesse, von welchem Du denkst, dass es für Ameisen schädlich sei. Dann kann ich deine vorherigen Posts noch einmal nachvollziehen. Bedenke aber bitte, dass immer, wenn etwas als warm empfunden wird, Infrarotstrahlung dabei ist. Und die wirkt seit Anbeginn von Organismen auf Organismen ein. Und Wärme spürt man, gibt Thermorezeptoren für. Und wenn es zu warm wird, gibt es Brandblasen. (Zugegeben, ich kann auch warm spüren lassen, indem ich jemanden mit Chili einreibe. Das liegt aber daran, dass der Körper Blutgefäße weitet, und damit vermehrt Wärme = Infrarot an die Körperoberfläche leitet, wo die Temperaturrezeptoren sitzen und darauf ansprechen - man kehrt quasi sein Inneres nach Außen.)
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Re: Probleme durch Heizmatten?

Beitragvon Steffen Kraus » Donnerstag 29. Januar 2015, 11:19

Hallo Nipian,
schön Dich kennen zu lernen.
Danke für Deine langen Antworten, ich habe jeden Satz genau verstanden. Genau das habe ich gemeint!!!!!!
Was das System, Heizmatten betrifft, meine ich die gängigen, im Zoohandel angebotenen Heizmatten.
Wobei die Frage immer noch besteht,sind diese schädlich für Ameisen?
Aber um darauf, eine klare Antwort zu finden, dauert es noch ein wenig, aber ich denke, diese Aufgabe ist gemeinsam, zu lösen.
Gruß Steffen
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Re: Probleme durch Heizmatten?

Beitragvon NIPIAN » Donnerstag 29. Januar 2015, 11:22

Hoi,


nein, Infrarotstrahlung ist nicht schädlich, es sei denn, du bruzelst zu viel darauf. Abhilfe schafft ein lokales Thermometer. Über die artspezifische Wohlfühltemperatur von Ameisen sollte man nicht hinaus gehen.
Elektromagnetische Felder höherer Energiedichte im Rahmen von Elektrizität scheinen für einige Ameisenarten kein Problem zu sein -> Standort in Umspannwerken/Trafos/Steckdosen. Alle sind in solcherlei Anlagen nicht gefunden worden, deshalb die Einschränkung.
Arbeitest Du nicht im WoA? Wenn ja: nimm jede Ameisenbox, stelle sie mittels Schwingungsdämpfer knapp über eine Induktionsplatte und lasse diese länger volles Rohr laufen, sobald sich die Ameisen an die Umgebung gewöhnt haben. Zeichne auf, ob sich das Verhalten ändert.
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Re: Probleme durch Heizmatten?

Beitragvon Reber » Donnerstag 29. Januar 2015, 11:40

Zu den Infrarotstrahlern: Die kommen einem halt immer etwas "unheimlich" vor, weil sie im Gegensatz zu anderen Heizungen, hauptsächlich die angestrahlten Fläche erwärmen und nicht den Heizkörper. Dass die Matten und Strahler wirklich schädlich für die Tiere sind, denke ich eher nicht (wissen tu ich es aber nicht!). Immerhin werden Infrarot-Strahler seit Jahrzehnten in der (Nutz-)Tierhaltung und Zucht eingesetzt, um Junge Schweine, Schafe und sogar Geflügel etc. im Stall zu wärmen - ohne dass es mir bekannte Kritik gäbe.

Selber setze ich nur konventionelle Heizmatten ein. Sie scheinen mir einfach besser mechanisch Geschütz, robuster und ewig und einen Tag zu halten.;)

Mit ihrem Einsatz halte ich es wie hormigas: Direkt am Nest nur zurückhaltend (für kurze Zeit über die Zeitschaltuhr) oder gar nicht einsetzen und den Ameisen genug Ausweichmöglichkeiten bieten!
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Re: Probleme durch Heizmatten?

Beitragvon Merkur » Donnerstag 29. Januar 2015, 12:04

Steffen Kraus:
Ich bin auch Laie auf diesem Gebiet und kam nur zu diesem Thema, durch einen bekannten Terrarianer. Daher meine Frage hier im Forum!

Langsam wird mir die Diskussion hier suspekt!
Mir fehlt bisher der Begriff „Konvektion“, oder Wärmeleitung, und mir kommt der Verdacht, dass eine simple Verwechslung von Konvektion oder auch Wärmestrahlung mit Induktion vorliegt.

http://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%A4rme

Wer ist denn der „bekannte Terrarianer“? So total anonym kann ich mir darunter nichts vorstellen. (Info gerne auch per PN).
Wärmeabgabe und –übertragung erfolgen ja nicht nur durch Infrarotstrahlung, sondern auch durch direkten Kontakt eines warmen mit einem kälteren Medium. Das kann Wasser, Luft, oder auch feste Materie (lebende Tiere) sein. > „Wärmeträger-Theorie“ für Waldameisen, die sich an der warmen Nestoberfläche „sonnen“ und die Wärme dann mit sich ins Nestinnere tragen, dort an das Nestmaterial abgeben, so dass darin die Temperatur steigt. („Theorie“ deshalb, weil auch der Stoffwechsel von Ameisen sowie Mikroorganismen im Nestmaterial zu einer Aufheizung führt; ist quantitativ nicht sauber zu trennen).

Jedenfalls ist bisher nichts über eine Schädigung von Terrarientieren durch Wärme (egal in welcher Form) bekannt, es sei denn durch ein Übermaß.
Terrarienheizungen nach dem Induktionsprinzip halte ich für ein Gerücht. :roll:

MfG,
Merkur
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Re: Probleme durch Heizmatten?

Beitragvon Steffen Kraus » Donnerstag 29. Januar 2015, 12:31

Hallo,

ok, persönlich mag ich keine Namensnennung , egal von welchem Shop in einem öffentlichen Forum,weder positiv noch negativ,
daß ist ein anderes Thema und deswegen gehe ich nicht darauf ein.
Zurück zum Thema,
wenn Du schreibst, Infrarotstrahlung ist nicht schädlich, stimmt dies nicht so ganz, denn man muß in der Terraristik, wie auch in der Nutztierhaltung einen bestimmten Abstand der Lampen oder ähnlichen Heizquellen halten, sonst besteht die Gefahr von Verbrennungen.
So gesehen hast Du recht, in dem Du schreibst,,man sollte die Tiere nicht bruzzeln.
Das würde ich auch nie machen, auch nicht den Vorschlag mit der Starterbox, warum auch?
Oder war das ironisch gemeint, sorry dann habe ich das falsch verstanden, denn meine Frage ist ernsthaft von mir gestellt!!!
Fakt ist, ich habe mit diesen Heizmatten schon Experimente, bei verschiedenen Ameisen durchgeführt und ich konnte bemerken, das bei einer konstanten Innenthemperatur mit diesen Heizmatten,
von 23 Grad Celsius, die Ameisen sich merklich nicht wohl fühlten. Das merkt man, wenn man schon über dreißig Jahren Ameisen hält.
Das Verhalten änderte sich, jetzt kommt es, sofort nach ausschalten der Matten. Weiterhin blieb auch das Verhalten der Ameisen entspannt, nach dem eine Beheizung mittels einer anderen Technik, wie Strahlern oder Beheizung des Raumes usw. betrieben wurde. Bei gleicher Themperatur!!
Wie ich ja schon geschrieben hatte, kommt es immer auf die Dosis an, bei den Beispielen, Nutztieren und Reptilien handelt es sich ja nicht um Insekten und wie gesagt,
eine zwei kilo Schlange verträgt mehr als eine Ameise.
Da diese Heizmatten sehr nahe an den Ameisen benutzt werden,
liegt es doch sehr nahe, das man fragt, ist das schädlich oder nicht!
Ich möchte auch betonen, daß ich hier diese Frage ernsthaft gestellt habe!
Deswegen, danke für Eure Antworten !
Gruß Steffen
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Re: Probleme durch Heizmatten?

Beitragvon NIPIAN » Donnerstag 29. Januar 2015, 12:49

Hoi,

Du siehst also bei 2 Dingen ein Problem:
- zu hohe Temperatur -> Gegenmaßnahme: Energiezufuhr reduzieren, bei Strahlern notfalls den Abstand erhöhen. Messsystem: Thermometer am richtigen Ort
- zu gleichmäßig hohe Temperatur -> Gegenmaßnahme: Herkunftsort des Tieres bestimmen und natürliche Umgebungstemperaturen im Verlauf der Zeit imitieren. Messsystem: Thermometer am richtigen Ort.

Ist mir egal, was Du davon hältst. Ich frage aus einem einfachen Grund, ob Du im Fachbereich des Ameisenhandels arbeitest:
Da bereits seit Jahren von einer bestimmten Gruppe von Ameisenkundigen darauf hingewiesen wird, dass eine artgerechte Haltung lediglich bei korrekten Haltungsparametern gegeben werden kann - und diese vom jeweiligen Fangort des Ameisenvolkes abhängen (ja, das inkludiert Temperatur) - weshalb sehen sich entsprechende Geschäftsführer nicht in der Lage, den Kunden bezüglich der Lokalität des Fanggebietes exakt aufzuklären?
Denn wenn man die Temperaturverhältnisse dem Herkunftsort entsprechend korrekt imitiert, dann kann man sich immer noch damit beschäftigen, herausfinden, ob Infrarotstrahlung schädlich ist (Achtung: in diesem Satz steckt geballte Ironie - in physikalischer Hinsicht).
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