A book about antts....

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A book about antts....

Beitragvon Teleutotje » Sonntag 1. August 2021, 07:39

Yesterday I crossed this on an old forum:

A. Buschinger :
1985 : Staatenbildung der Insekten . In : Ertrge der Forschung , Bd. 223.

It is a very old book from you professor. And I was wandering this: A long time ago we asked this already and the answer was "no" but here I ask it again: How about writing a book about ants, an introduction? It would be marvellous to read it from you with all the ups and downs from myrmecology. So, Merkur, why don't you do this for us all?
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Re: A book about antts....

Beitragvon Merkur » Sonntag 1. August 2021, 10:36

Hi Teleutotje,

I know that you perfectly understand German. So I write my reply in my language mainly for German readers. ;)

Das Büchlein von 1985 hatte ich auf Anforderung vom Verlag geschrieben, für dessen Reihe „Erträge der Forschung“, wobei die Seitenzahl begrenzt war. So musste ich vor allem
Altbekanntes zusammenfassen und hatte wenig Gelegenheit, eigene Ergebnisse und Ideen einzubringen.
Buschinger, A. 1985: Staatenbildung der Insekten. In: Erträge der Forschung,
Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt, Bd. 223, 211 S.

Das damals aktuellste Buch war E. O. Wilson (1971) „The Insect Societies“. Daraus habe ich sehr viel vom Inhalt verwenden können. Hölldobler & Wilson „The Ants“ erschien erst 1990,
und war natürlich erheblich umfassender. Ed Wilson hat mir freundlich gestattet, einige Abbildungen aus „The Insect Societies“ zu übernehmen. Inzwischen ist „Staatenbildung der
Insekten“ vergriffen, und es lohnt auch nicht, es antiquarisch zu erwerben, zumindest wenn man in der Lage ist, die reichlich erschienene und erscheinende Literatur in englischer
Sprache zu verstehen.

Zur Frage, weshalb ich nicht neues Buch schreibe: Mit 81 fühle ich mich einfach zu alt für ein solches Unternehmen!
Und weshalb habe ich das nicht zwischenzeitlich gemacht? - Die Myrmekologie entwickelt sich derart rapide, dass man kaum noch mit dem Lesen Schritt halten kann!
Ein weiterer Grund war, dass es für mich immer viel spannender war, selbst Neues zu finden und zu veröffentlichen, wobei vieles sogar unveröffentlicht bleiben musste, einfach aus
Zeitmangel. Da gilt es abzuwägen, was mehr zufriedenstellend ist.
Ein paar Buchbeiträge sind entstanden, zu denen ich ebenfalls von den Verlagen aufgefordert wurde:
Buschinger, A., Maschwitz, U, 1984: Defensive behaviour and defensive mechanisms in ants. In: Defensive Mechanisms in Social Insects. Ed. H.R. Hermann, Praeger Publishers 1984, xii+ 259 pp.
Buschinger, A., 1999: Soziale Insekten. In: Lehrbuch der Entomologie, Eds.: Konrad Dettner und Werner Peters. Gustav Fischer Verlag, Kap. 14, S. 469-506. ISBN 3-437-25920-2; und 2. Auflage 2003.
Finanziell ist das alles wenig attraktiv, doch das war für mich nie ein Argument.

Wichtiger: Die Motivation, solche Werke zu schreiben und Wissen zu verbreiten, ging allmählich verloren! Weshalb? - Man erreicht kaum diejenigen, denen man etwas mitteilen
möchte! Wer liest schon dicke Bücher? - Ich selbst habe viele gekauft, oder geschenkt bekommen, und nur wenige wirklich durchgearbeitet! In ein paar Standardwerken sieht man
immer mal etwas nach, und findet dann immer wieder Dinge, die man vorher nicht zur Kenntnis genommen hat. Selbst relativ kurze Zeitschriften-Artikel werden ja kaum noch gelesen.

In jüngerer Zeit habe ich versucht, mit Blick auf das wachsende Interesse an der Haltung von Ameisen, altes und neues Wissen in einigen Ameisenforen zu verbreiten, und besonders im
AmeisenWiki. Was daraus gemacht wurde, dürfte allgemein bekannt sein...

So freue ich mich weiterhin über gute und spannende Veröffentlichungen von Kollegen und Kolleginnen, wobei die modernen Arbeiten immer mehr wunderbare Bilder aufzuweisen
haben, und auch immer wieder tolle neue Entdeckungen präsentieren. Deshalb weisen wir (und ganz besonders Du, Teleutotje!) immer wieder auf solche Arbeiten hin. - Das Echo in
den Foren stimmt aber leider auch nicht sehr hoffnungsvoll. Für meine Begriffe viel zu selten gibt es Nachfragen, Diskussionen etc..
Vielleicht bin ich ja zu pessimistisch, aber die Entwicklung in Foren und Discords hin zu oberflächlichem Geschwätz ohne wirkliches Interesse an der Lebensweise der Tiere ist leider
nicht zu übersehen. Es hat wohl auch seinen Grund, weshalb von den professionellen Myrmekologen sich so sehr wenige in den "sozialen Medien" blicken lassen, sowohl in den deutschen
als auch in den amerikanischen.

MfG, und schönen Sonntag!
Merkur
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Re: A book about antts....

Beitragvon Teleutotje » Sonntag 1. August 2021, 10:50

Such a shame but understandible.... or one about inquilines? No, it is all right, I agree...
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